Dorferneuerung: Sanierung von Privathäusern

Zuschüsse: 30.000 Euro sind drin - Bürger können Anträge stellen

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Ortsbild erhalten: Helsa ist ein schönes Fachwerkdorf. Damit das so bleibt, gibt es Zuschüsse aus dem Dorferneuerungsprogramm des Landes. Eigentümer, die ihr Haus sanieren wollen, können ab sofort Anträge stellen. Unser Foto zeigt die Berliner Straße in Helsa.

Helsa / Nieste. Wie attraktiv sich Zuschüsse aus dem Dorferneuerungsprogramm des Landes Hessen auf private Projekte auswirken können, erfuhren Bürger während eines Info-Abends der Gemeinden Helsa und Nieste im Gasthaus „König von Preußen“.

Wer im Fördergebiet liegt und in den Erhalt, die Umgestaltung oder energetische Sanierung eines Fachwerkhauses oder eines älteren Gebäudes investiert, kann mit einer Förderung von 30 Prozent der anerkannten Baukosten rechnen.

Der Höchstbetrag für den Zuschuss liegt bei 30.000 Euro. Kostenlos eingeschlossen ist eine Fachberatung durch eine Dorfplanerin in der Vorbereitungsphase auf Kosten der jeweiligen Gemeinde. Anträge können ab sofort beim Service-Zentrum Regionalförderung des Landkreises Kassel gestellt werden, die Vordrucke gibt es in beiden Rathäusern.

Uschi Bankert

„Wir lassen Sie auch während Ihrer Baumaßnahme nicht allein“, sagte Uschi Bankert. Die Dorfplanerin, die bei den Projekten die städtebauliche Beratung übernimmt, stellte die vorläufigen Fördergebiete vor. Klar ist die Aufnahme aller Kernbereiche von Nieste und der Helsaer Ortsteile. Auch St. Ottilien ist fast komplett mit dabei, hieß es. Noch fraglich sei, so Uschi Bankert, ob die Siedlung Waldhof und zwei Randbereiche von Helsa und Wickenrode einbezogen werden können. Die Entscheidung über den endgültigen Zuschnitt der Fördergebiete falle am 31. Oktober, sagte die Dorfplanerin. Zuschüsse gibt es generell für den Erhalt des historischen Fachwerkbestands in den Kerngebieten, gefördert werden können aber auch bis 1950 errichtete Gebäude aus massivem Backstein.

„Wir werden Ihnen nicht so arg reinreden“, sagte die Dorfplanerin, als sie den Rahmen für die Erneuerung von Fassade, Dach oder Fenstern auch anhand von gelungenen Sanierungen aus anderen Gemeinden vorstellte. Die Bauvorhaben müssten sich jedoch am historischen Bestand orientieren. Als Fachwerkverkleidung scheide nicht ortstypischer Schiefer aus, auch lasierte Dachziegel seien nicht förderfähig, sagte Uschi Bankert.

Alte Bausubstanz in Nieste: Auch in der kleinsten Kreisgemeinde erhalten die Hauseigentümer Unterstützung aus dem Fördertopf, wenn sie ihr Anwesen sanieren. 

Man müsse bei Kosten von mehr als 7500 Euro pro Gewerk drei vergleichbare Kostenvoranschläge vorlegen, sagte Dirk Hofmann, Abteilungsleiter beim Service-Zentrum. Das jeweils günstigste Angebot komme zum Zuge. Der Experte für Dorfentwicklung ermunterte die Bürger, sich mit der Erneuerung ihres Hauses zu befassen und Anträge zu stellen. Geld für die Zuschüsse sei in ausreichendem Maß vorhanden.

Aus für 3000-Euro-Regelung

So gut wie fest steht, dass sich Bauherren mit Sanierungsprojekten in einer Größenordnung von weniger als 10.000 Euro beeilen müssen, denn die Ausnahmeregelung für den vorübergehend zugelassenen Mindestwert von 3000 Euro läuft Ende des Jahres aus. (ppw)

Informationen:

Gemeinde Helsa, Volker Witzel, Tel. 05605/8008-30

Gemeinde Nieste, Jürgen Noll, Tel. 05605/9441-24

Service-Zentrum Regionalentwicklung im Landkreis Kassel, Dirk Hofmann, Tel. 05671/8001-2427.

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