Niestetal fördert Klimaschutz: Hauseigentümer erhalten Geld für energetische Sanierung

„Zuschuss war Ansporn“

Fassade und Dach sehen aus wie neu: Markus Koch vor seinem gedämmten und neu verputzten Haus. Auf dem Dach sind vier Solarthermiefelder zu sehen, die das Gebäude mit warmem Wasser versorgen. Fotos:  Dilling

Niestetal. Der Öltank im Keller wurde immer schneller leer, die Heizkostenrechnungen erreichten immer neue Rekorde, durch die alten Holzfenster zog es, das Dach war marode – im vergangenen Jahr wurde Markus Koch klar: Er musste etwas an dem alten Haus tun, das seine Großeltern und Urgroßeltern gleich nach dem Zweiten Weltkrieg mit eigenen Händen errichtet hatten.

Doch was anfangs nur als größere Reparaturmaßnahme geplant war, wurde schnell zum umfassenden Modernisierungssprojekt. Auch dank eines Zuschusses der Gemeinde Niestetal wohnen die Kochs seit dem Herbst in einem energetisch rundum sanierten Haus. Zunächst habe er nur vorgehabt, das Dach abzudichten, die Heizung auszutauschen und die Fenster zu erneuern, erzählt der Krankenkassenbetriebswirt.

Doch dann habe ihm der Schornsteinfeger einen Energieberater empfohlen. Der Experte klopfte das alte Haus auf alle energetischen Schwachstellen hin ab und riet Koch zu einer grundlegenden Sanierung: Die Fassade erhielt eine Wärmedämmung, im Keller wurde ein Öl-Brennwertgerät eingebaut, das Dach wurde gedämmt, und obendrauf installierten die Handwerker eine Solarthermieanlage, die warmes Wasser aus Sonnenkraft liefert und im Frühjahr und Herbst zusätzlich die Heizung unterstützt.

Jetzt sei es sogar im vorher eiskalten Treppenhaus schön warm, berichtet Koch. Mehr als 50 Prozent Heizkosten soll er so sparen können. Im Frühjahr wird er nachrechnen.

Die Sanierung hat Koch eine Menge Geld gekostet, dafür hätte er sich eine schwere Limousine der Oberklasse kaufen können. Doch die Vielzahl der Zuschussmöglichkeiten für energetische Sanierung hielt die monatliche finanzielle Belastung für den Kredit in Grenzen, berichtet der 47-Jährige.

Dazu zählte auch ein Zuschuss von 7500 Euro der Gemeinde Niestetal. „Das war ein guter Ansporn“, sagt Koch. Im Gegensatz zu anderen Zuschussgebern habe die Gemeindeverwaltung schnell und unbürokratisch geholfen. Bei anderen Stellen sei das nicht so einfach gewesen. „Der Papierkram ist bis heute noch nicht zu Ende“, erzählt der Niestetaler. Koch macht sich auch Gedanken über Umweltschäden und Klimawandel: „Es ist mir wichtig, dass ich mit meinem Leben nicht die nachfolgenden Generationen belaste“, sagt der 47-Jährige. Da sieht er sich in der Verantwortung für seine beiden Kinder. Koch findet auch, dass der Staat mehr für die energetische Sanierung von Gebäuden tun müsse. HINTERGRUND/KOMMENTAR

Von Peter Dilling

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