Zwangsversteigerung von Neuenhagen-Gelände: Gebot ist Kasseler Bank zu niedrig

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Verwaist: Das Gelände des Autohauses Neuenhagen in Heiligenrode wird seit 2008 nicht mehr genutzt. Pläne, auf dem Areal ein Einkaufszentrum zu errichten, haben sich zerschlagen. Archivfoto: Stier

Niestetal / Kassel. Bei einem Zwangsversteigerungstermin im Amtsgericht Kassel fand sich ein Interessent für das Neuenhagen-Gelände in Niestetal-Heiligenrode, doch ob dessen Gebot angenommen wird, ist offen.

Nach Angaben von Amtsgerichtssprecher Dr. Stefan Arenz lag das Gebot für das frühere Autohaus-Areal unter der sogenannten Sieben-Zehntel-Grenze. Das heißt, der namentlich nicht genannte Bieter will weniger als 70 Prozent des Wertes zahlen. Ein Gutachten hatte das Neuenhagen-Gelände auf 1,18 Millionen Euro taxiert. Die Kasseler Bank, Gläubigerin nach der Neuenhagen-Pleite, hat nach den Angaben des Amtsgerichts beantragt, den Zuschlag für das Gebot zu verweigern.

Die Bank wollte sich auf Anfrage dazu nicht äußern, offenbar ist ihr das Gebot schlicht zu niedrig. Über ihren Ablehnungsantrag muss das Gericht nun entscheiden. Am 27. August soll diese Entscheidung bei einem öffentlichen Termin verkündet werden.

Damit ist weiter offen, wie es mit diesem als Sahnestück geltenden Areal weitergehen soll. Auf dem rund 12 000 Quadratmeter großen Gelände zwischen Niestetal- und Kasseler Straße war nach der Insolvenz des VW-Vertragspartners Neuenhagen im Jahr 2008 nur ein kleiner Teil der Immobilien verkauft worden.

Interessenten für den Werkstattbereich, die Büro- und Serviceräume sowie die Nebengebäude hatte es zwar gegeben, doch die sprangen bald wieder ab. Der Lohfeldener Investor Axel Fehr zum Beispiel hatte sich mit Verweis auf ein zu hohes Kostenrisiko wieder zurückgezogen. Unter anderem gab es Befürchtungen, dass das Altlastenproblem gravierend sein könnte. Gutachten kamen jedoch zu dem Ergebnis, dass es im Bereich der ehemaligen Lackiererei geringfügige Belastungen gebe, die bei einem Neubau beseitigt werden könnten.

Der Rewe-Handelskonzern hatte Interesse angemeldet, einen 2000 Quadratmeter großen Lebensmittelmarkt anzusiedeln, auch aus diesen Plänen wurde nichts.

Daraufhin hatte die Kasseler Bank Ende 2012 beim Amtsgericht den Antrag auf Zwangsversteigerung gestellt. Vizebürgermeister Werner Nicolaus (SPD) wollte am Donnerstag keine Prognosen abgeben, wie es mit dem Gelände weitergehen könnte. Man müsse nun abwarten, welche Entscheidung das Amtsgericht am 27. August trifft.

Von Ralf Pasch

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