Samstag Feier in Wickenrode

Zweck-Ehe hält seit 40 Jahren

Erster Schritt zur Großgemeinde Helsa: Aus Wickenrode wird 1970 Helsa-Wickenrode. Helsas Bürgermeister Anton Eich (links von den Schildern) und Wickenrodes Bürgermeister Ludwig Dann (rechts) tauschten das Ortseingangsschild aus. Fotos: Geschichtsverein Helsa / nh

Helsa. „Das eine war eine Liebesheirat, das andere eine Vernunftehe“, sagt Bürgermeister Tilo Küthe (SPD) über den Zusammenschluss zur Großgemeinde Helsa.

Die Zusammenführung von Helsa und Wickenrode im Jahr 1970 war freiwillig, die mit St. Ottilien und Eschenstruth zwei Jahre später nicht. Sie war im Zuge der Gebietsreform vom Land Hessen gefordert. Doch ganz gleich, was die Gründe waren: Die Beziehung hält. Nun feiert die Großgemeinde Helsa am heutigen Samstag, 15. Dezember, ihren 40. Hochzeitstag.

Eltern hatten Erfolg

Alles begann mit der Schließung der Wickenröder Schule. „Die Eltern wollten ihre Kinder daraufhin unbedingt nach Helsa und nicht nach Großalmerode schicken“, erinnert sich Gerd Vogelsang, Vorsitzender des Geschichtsvereins Helsa. Sie demonstrierten, zogen mit Plakaten durch den Ort – und hatten Erfolg. Es war ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur späteren Großgemeinde.

Beliebter Staffellauf durch alle Ortsteile: Unser Bild zeigt die Laufgruppe der TSG Eschenstruth im Jahr 1995.

Doch nicht alle Ortsteile freuten sich über die neue Großgemeinde. Die Eschenstruther trauerten und trugen ihr Dorf symbolisch zu Grabe. Die frühere Selbstständigkeit ist auch heute noch zu spüren: „Das Ortsteildenken ist da und wird auch immer bleiben“, sagt Küthe. „Wir sind wie eine Familie. Jeder hat seine eigenen Gedanken, aber gemeinsam gehen wir einen Weg.“

So wie 1979, als die Bundesstraße 7 gebaut wurde. Mit einer Bürgeriniative stemmten sich die Einwohner gegen eine Brücke durch das Dorf. „Da kam der Heimatgedanke durch“, erklärt Küthe. Der wurde auch an anderer Stelle sichtbar. Als mit der B  7 die Verkehrsbelastung im Ort sank, kamen auch wieder die Fachwerkhäuser zum Vorschein. Jahrelang waren sie wegen der hohen Lärmbelastung mit Eternitplatten verhangen gewesen.

Kostspielig war ein anderer Kraftakt. 1987 ist die gemeinsame Kläranlage in Betrieb gegangen. Nach und nach wurden alle Ortsteile angeschlossen, Millionen von D-Mark mit den Verbindungsleitungen verbuddelt. „Die Nachwirkungen merken wir noch heute, sie machen einen großen Teil unserer Schulden aus“, erklärt Küthe.

Finanzielle Hürden

Finanzielle Hürden kommen auf die Gemeinde auch in Zukunft zu. „Wir müssen bei immer geringeren Zuflüssen an Geldern mit steigenden Ausgaben zurechtkommen“, erklärt Küthe. Daher werde die Gemeinde vor allem eines: weiter eng mit allen Ortsteilen zusammenarbeiten.

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