Brache statt Burger-Brater – MacDonald’s winkte ab

Zwei attraktive Flächen am Gewerbegebiet Großenritte bleiben leer

Baunatal. Zwei interessante Grundstücke im Eingangsbereich des Gewerbegebiets Großenritte liegen seit Jahren brach, und daran wird sich wohl so schnell nichts ändern. Auch eine große Fastfood-Kette wird sich dort nicht ansiedeln.

Pläne für 5000 Quadratmeter (m2) in Privathand an der Rostocker Straße/Ecke Bahnhofstraße haben sich immer wieder zerschlagen, zuletzt sagte laut der Eigentümerfamilie Herwig der Hamburger-Brater McDonald’s ab. Schräg gegenüber will die Stadt die Bebauung von 2600 m2 zwar ermöglichen, aber nicht forcieren.

Seit weit mehr als einem Jahrzehnt wollen Rainer und Elke Herwig (Kassel) ihre Wiese vermarkten. Doch das ist nach dem städtischen Bebauungsplan nur in engen Grenzen möglich. Einzelhandel mit mehr als 400 m2 Verkaufsfläche wurde in dem Mischgebiet (Wohnen und Arbeiten) ausgeschlossen, ebenso Tankstelle und Gartenbaubetrieb. „Zulässig ist nur Gewerbe, das niemanden stört“, sagt Erste Stadträtin Silke Engler. Zudem soll es dem Edeka gegenüber, der Innenstadt und dem Großenritter Dorfplatz keine Kunden wegnehmen.

Lärm und Verkehr

Rainer Herwig, sauer wegen der Beschränkungen, formuliert es so: „Alles, was erlaubt ist, ist uninteressant.“ Einzelhandelsflächen unter 400 m2 wolle kein Unternehmen, für Wohnungen sei es an der Rostocker Straße zu laut („da fahren 5000 Autos pro Tag“), Gastronomie gehe wegen Lärms und Verkehrs auch nicht. Man habe keine neuen Pläne, keine neuen Interessenten, sagt Herwig: „Wir lassen es liegen.“

Das hatte er vergangenen Sommer, als die Familie vergeblich bis zum Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gegangen war, um den Bebauungsplan der Stadt zu kippen, auch schon angekündigt. Aber dann gab es laut Herwig doch Gespräche mit McDonald’s.

Es bestehe kein grundsätzliches Hindernis, eine Hamburger-Station anzusiedeln, sagt Engler. Man prüfe jeden Vorschlag auf Verträglichkeit. Aber: „Es war niemand im Rathaus.“ Die Idee sei gar nicht an die Stadtverwaltung herangetragen worden. Auch nach einer Anfrage wegen eines Getränkemarkts habe man von Herwig nichts mehr gehört.

Auf dem städtischen Dreieck zwischen Raiffeisen-Akademie und Edeka-Neukauf sind kleine Läden mit maximal 100 m2 Verkaufsfläche und festgelegten Sortimenten sowie kleine Dienstleister, ein Café, Praxen und Büros zulässig. Sie sollen der Nahversorgung des nahen Wohnquartiers Heimbach dienen.

Frühere Pläne von Investoren hatten sich zerschlagen. Die Stadt will die Bebauung auch nicht forcieren, solange unklar ist, was auf der Herwig-Fläche passiert. Schließlich gehe es auch um städtebauliche Anforderungen, die man aber nur auf eigenem Grund und Boden durchsetzen könne, so Engler. Doch wenn morgen ein Investor mit einer guten Idee käme, dann träfe er im Rathaus auf offene Ohren.

Von Ingrid Jünemann

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