Versorgungswerk von Eon Mitte und Kommunen startet personell auf kleiner Flamme

Zwei Chefs, keine Leute

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Stromversorgung wird neu organisiert: Eon Mitte und 16 Kommunen im Landkreis Kassel gründen eine gemeinsame Netzgesellschaft.

Kreis Kassel. Die gemeinsame Netzgesellschaft, die der Stromversorger Eon Mitte und 16 Städte und Gemeinden im Landkreis Kassel zum 1. Januar 2012 gründen, wird zwei Geschäftsführer, aber kein weiteres Personal haben.

Wie Günther-Michael Birmes, Sprecher von Eon Mitte, auf HNA-Anfrage erklärte, wird der Betrieb des Netzes weiterhin von Mitarbeitern des Stromversorgers wahrgenommen. Zu diesem Zweck pachtet Eon Mitte das von den Kommunen eingebrachte Netz von dem neuen Versorgungswerk, das Energie Region Kassel GmbH und Co. KG heißen wird, zurück.

Nach Auskunft von Baunatals Erster Stadträtin Silke Engler-Kurz, die zusammen mit Vellmars Bürgermeister Dirk Stochla (beide SPD) die Verhandlungen auf kommunaler Seite geführt hatte, werden werden die an der Gesellschaft beteiligten Städte und Gemeinden und Eon Mitte jeweils einen Geschäftsführer stellen.

Obwohl die kommunale Seite mit 51 Prozent die Mehrheit an der Energie Region Kassel hält, werden die beiden Chefs laut Engler-Kurz gleichberechtigt sein. Wer die 16 Städte und Gemeinden vertreten wird, steht laut Baunatals Vize-Bürgermeisterin noch nicht fest. Es müsse sich um jemanden handeln, „der die kommunale Familie kennt“ und über Wissen im energiewirtschaftlichen Bereich verfüge. Namen nannte Engler-Kurz in diesem Zusammenhang nicht. Auch das Prozedere, wie das Versorgungswerk zu seinem kommunalen Chef kommt, ist offiziell noch offen. So steht laut Engler-Kurz noch nicht fest, ob der Posten öffentlich ausgeschrieben wird. Über diese Fragen würden die Bürgermeister der 16 Kommunen „zeitnah entscheiden“. Ein Mann, dessen Namen seit geraumer Zeit für den Posten gehandelt wird, hat gestern gegenüber der HNA entsprechende Ambitionen dementiert: Martin Hühne, SPD-Chef in Baunatal und gelernter Energieanlagenelektroniker, ist nach seinem Scheitern als SPD-Bürgermeisterkandidat in Schauenburg zwar noch auf Stellensuche. Aber: Für den Posten habe er sich weder beworben noch sei er gefragt worden, sagte Hühne. Der Posten dürfte für den früheren Grünen-Politiker auch deshalb nicht erste Wahl sein, da es sich nicht um einen Vollzeitjob handelt. Aufseiten von Eon Mitte wird nach Angaben von Birmes eine Führungskraft die Geschäftsführung des Versorgungswerks mit übernehmen.

Unterdessen zwingt die gestern vom Landtag beschlossene Neuregelung der wirtschaftlichen Betätigung von Kommunen im Energiesektor auch Gemeinden in der Region zum Handeln.

Das Niestetaler Parlament wollte gestern Abend die Naturkraft Niestetal GmbH und Co. KG als gemeindeeigene Stromfirma auf den Weg bringen. Sie unterliegt noch nicht dem neuen Zwang, einen privaten Dritten mit mindestens 50 Prozent beteiligen zu müssen. Der Grund: Die Neuregelung in der Hessischen Gemeindeordnung tritt erst mit der Verkündung im Gesetzblatt in Kraft.

Von Peter Ketteritzsch

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