Nach Typisierung: Stefan Loch und Jörg Brehm spendeten Knochenmark

Zwei Kaufunger als Lebensretter

Beschäftigt bei Sika in Kaufungen: Jörg Brehm (links) und Stefan Loch retteten mit einer Knochenmarkspende das Leben eines Mannes in Süddeutschland und einer Frau in England. Die beiden hatten an einer Typisierungsaktion ihrer Firma Sika teilgenommen. Foto: S.Dilling

Kaufungen. Mit einer Knochenmarkspende haben Jörg Brehm und Stefan Loch Leben gerettet. Als Helden fühlen sie sich dennoch nicht. Eher würden sie sich wünschen, dass es ihnen viele Menschen gleichtun.

Grundlage für die Spende war eine interne Typisierungsaktion des Kaufunger Messgeräteherstellers Sika, bei dem Brehm und Loch arbeiten. Dabei wurde festgestellt, inwiefern sie als Spender infrage kommen. Schließlich kam die Nachricht, dass nun ihr Knochenmark gebraucht würde.

„Natürlich hat man sich bereits bei der Typisierungsaktion darauf eingestellt, dass man irgendwann spenden wird“, sagt der Ausbilder der Industriemechaniker, Stefan Loch. „Doch als es dann wirklich ernst wurde, war es schon überraschend.“

Noch hätte er die Aktion absagen können, trotz vorangegangener Typisierung. Das war jedoch keine Option für ihn.

„Ich habe es getan, weil irgendwer es ja tun muss. Würde es niemand machen, wären wir in einer schlechten Situation.“ Dem schloss sich sein Kollege Brehm, verantwortlich für die Qualitätssicherung bei dem Kaufunger Unternehmen, an. „Ich finde es wirklich schade, dass nur zwei Prozent der Deutschen einen Spenderausweis haben.“

Empfänger haben sich erholt

Die beiden Empfänger des Knochenmarks haben sich mittlerweile dank der Spende erholt. Das haben die beiden engagierten Kaufunger von der deutschen Knochenmarkspenderkartei (DKMS), die die Spenden organisierte, erfahren.

Stefan Loch würde den Empfänger seiner Spende trotzdem gerne persönlich kennenlernen. Der Kontakt zwischen Spender und Empfänger geht nur über die DKMS. „Ich weiß, dass es sich um einen Mann aus Süddeutschland handelt. Ich habe ihm in einem Brief viel Glück und viel Kraft gewünscht.“ Dafür habe er sich bedankt.

Anders war es bei Jörg Brehm. Er weiß nur, dass seine Spende einer Frau in England zugutekam. Auch er hat einen Brief an die Empfängerin geschrieben, worauf jedoch keine Antwort kam.

Doch darauf kommt es Brehm und Loch ohnehin nicht an. Die Hauptsache sei, etwas Gutes getan zu haben. „Es könnte ja sein, dass man selbst mal auf eine Spende angewiesen ist“, stellen Brehm und Loch übereinstimmend fest.

Von Sebastian Dilling

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.