Informationsveranstaltung der Bahn AG in Heckershausen zum Neubau von Haltepunkt und Bahnübergang

Bahn-Neubau in Heckershausen: Zwei Wände schützen vor Lärm

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Vorarbeiten: Ehe die Bahnsteige des neuen Haltepunktes und der neue Bahnübergang Casselbreite errichtet werden, werden vorhandene Versorgungsleitungen wie der Kanal verlegt. Die Häuser links und rechts im Bild haben nach erstelltem Lärmgutachten Anspruch auf Maßnahmen zum passiven Lärmschutz, finanziert von der Bahn AG.

Ahnatal. Die Anwohner an der Bahnstrecke im Bereich Casselbreite, Harleshäuser Straße und Auf der Lieth bekommen bereits einen Vorgeschmack. Zwar beginnt die heiße Phase zum Ausbau der Regiotramstrecke in Heckershausen erst ab Mai, dennoch sind Bagger, Frontlader und Lkw längst im Einsatz.

Versorgungsleitungen wie der Abwasserkanal müssen verlegt werden, ehe der neue Haltepunkt und der neue Bahnübergang entstehen können.

Jetzt informierte Hans-Josef Otterbein, Projektleiter der Bahn AG, 60 Zuhörer im Heckerhäuser Gemeindezentrum über die Arbeiten. Hauptanliegen der Anwohner war der Lärmschutz.

Nördlich der Schienen wird es im Bereich des Haltepunktes mit zwei Außengleisen eine Lärmschutzwand geben. Südlich der Gleise werden ab dem neuen Bahnübergang die Wohnhäuser Auf der Lieth durch eine 200 Meter lange, bis zu 3,50 Meter hohe Wand geschützt. Die soll auf der ganzen Länge begrünt werden, antwortete Otterbein auf Nachfragen der Anlieger.

Manfred Tangermann: Befürchtete zusätzlichen Verkehr und wünschte Schallschutz auch für den Friedhof.

Wie für die Wohnbebauung müsse es auch auf der Gegenseite für den Friedhof Schallschutz geben, meinte Manfred Tangermann (75). Der Bahnlärm sei nicht nur bei Beerdigungen störend. Außerdem fürchtete der Rentner zusätzlichen Verkehr durch den neuen Bahnübergang. Die gesetzlichen Vorgaben seien eingehalten, eine Lärmschutzwand werde es für den Friedhof nicht geben, betonte der Projektleiter. Auch wenn die Bewohner Auf der Lieth künftig den neuen Bahnübergang nutzen könnten, deutlich mehr Verkehr werde es auf der Harleshäuser Straße und am Friedhof nicht geben.

Jan Lohrbach: Der Mieter hofft auf passiven Lärmschutz für seine Wohnung, die direkt am Bahnübergang liegt.

Lediglich drei Mehrfamilienhäuser im Bereich des neuen Haltepunktes weisen so hohe Lärmbelastungen auf, dass es Anspruch auf zusätzlichen passiven Lärmschutz gibt. Darauf wies Gutachter Andreas Schütte hin. In einem der Häuser wohnt Jan Lohrbach. Mit dem neuen Haltepunkt vor der Tür und „den vielen Güterzügen in der Nacht hoffe ich, dass mein Vermieter die Maßnahmen umsetzt“, sagte der 27-Jährige. Neben speziellen Fenstern sollten in jedem Fall auch Schallschutzlüfter eingebaut werden, betonte Schütte.

Volker Olbrich: Fährt mit dem Rad zur Arbeit und kritisierte die zwischenzeitliche Sperrung des Übergangs Casselbreite.

Volker Olbrich fährt mit dem Fahrrad zur Arbeit nach Kassel. Warum wurde nicht über die Sperrung des vorhandenen Bahnübergangs für Fußgänger und Radfahrer informiert, und sei der häufiger dicht?, wollte er wissen. „Es gab und gibt kein Verbot für Fußgänger und Radfahrer“, betonte Otterbein. Darauf werde er die Baufirma hinweisen, die Olbrich nicht passieren ließ.

Bäume und Büsche zwischen Spielplatz und Schienen wurden gerodet, kommen nach dem Bau neue Pflanzen?, fragte Markus Stiebritz. Ja, der Bereich wird wieder begrünt, versprach die Bahn AG.

Von Michael Schräer

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