Verfaulte Bäume: Wie können Unfälle vermieden werden?

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Petra Westphal, Sprecherin von Hessen-Forst, über das sichere Fällen von Bäumen

Kaufungen. Bei Fällarbeiten an der B 7 ist eine 30 Meter große Pappel auf die Fahrbahn gestürzt und hat dabei auch ein vorbeifahrendes Auto erwischt. Grund: Der Baum war im Innern verfault. Wir wollten wissen, wie man solche Unfälle vermeiden kann.

Petra Westphal, Pressesprecherin von Hessen-Forst und Sachbereichsleiterin für „Umweltbildung, Erholung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit“ kennt die Antworten.

Kann man von außen sehen, ob ein Baum faul ist?

Petra Westphal: Fäulnis bei Bäumen ist nicht immer von außen erkennbar. Abhängig ist dies vor allem von der Baumart, der Stelle eines Schadens und der Art der Fäule. Gerade Fäulnis im Kernholz muss äußerlich nicht immer erkennbar sein.

Was ist zu tun, um einen faulen Baum sicher zu fällen?

Westphal: Wenn eine maßgebliche Fäule bereits am stehenden Baum erkannt wird, sollte die Fällung grundsätzlich seilunterstützt erfolgen. Das heißt, dass der Baum mit Hilfe eines Seiles in die gewünschte Richtung gezogen wird, während der Forstwirt den Baum mit der Motorsäge fällt. Wenn die Fäule von außen jedoch nicht erkennbar ist und sie sich auch während des ersten Motorsägenschnitts nicht bemerkbar macht, können besondere Sicherheitsmaßnahmen nicht angewendet werden. Hier gelten die gleichen fachlichen Vorgaben wie bei der Fällung aller anderen Bäume.

Welche Sicherheitsabstände gelten beim Fällen von Bäumen?

Westphal: Bei Bäumen haben wir es mit einem Stück Natur zu tun. Damit sind häufig Unwägbarkeiten gegeben. Dem wird in den Unfallverhütungsvorschriften Forsten Rechnung getragen, die Sicherheitsabstände fordern. Im Gefahrenbereich – das heißt mindestens zweifache Baumlänge – dürfen sich nur Berechtigte aufhalten. (hog)

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