Ehepaar Rickert aus Rothwesten erhielt gleich zwei Zensus-Fragebögen

Zweites Haus gibt es gar nicht

Zweimal Post: Eigentümer Christa und Klaus Rickert am Eingang ihres Hauses Karl-Marx-Straße 7 in Rothwesten. Der Umschlag mit der Adresse Karl-Marx-Straße 7b bleibt verschlossen. Foto: Schräer

Fuldatal. „Es wäre schön, wenn wir zwei Häuser hätten. Dann könnten unsere Kinder ausziehen. So aber ist es ein reines Wolkenkuckucksheim.“ Christa Rickert ist verwundert und amüsiert gleichermaßen. Im Rahmen der Zensus-Erhebung haben sie und ihr Mann Klaus als Hauseigentümer gleich zwei Umschläge mit Erhebungsbogen zugeschickt bekommen.

Das Rentner-Ehepaar hatte ihr Haus in Rothwesten 1994 gebaut und ein Jahr später bezogen. Heute leben Rickerts mit ihrem Sohn und dessen Familie in dem Wohnhaus. Ihr Grundstück liegt direkt an der Karl-Marx-Straße. Die Gemeinde habe ihnen damals die Hausnummer 7 zugewiesen, sagt die 67-Jährige. Das Haus, das hinter ihrem liegt, hatte damals schon gestanden, es habe die Nummer 7a.

„Das sind hier alles große Grundstücke, viele wurden geteilt und mit mehreren Häusern bebaut“, sagt Klaus Rickert. Der zweite DIN-A-4-Umschlag mit ihrem Namen trug die Adresse Karl-Marx-Straße 7b. „Das Haus suche ich seitdem“, meint Christa Rickert scherzhaft. Die Wohnadresse gebe es aber nicht in Rothwesten.

Den Fragebogen für sein Haus hat das Paar ordnungsgemäß ausgefüllt und weggeschickt. „Ich habe den aber geknickt“, sagt die Rentnerin. So passte er in einen kleinen Umschlag. Und auch mit dem Gewicht sei sie hingekommen, sodass nur 55 Cent Porto erforderlich waren.

Was aber mit dem zweiten Brief machen? Er habe ihn schon wegschmeißen wollen, sagt der Hausherr. Aber dann seien sie unsicher geworden, „es wird ja mit Sanktionen gedroht, wenn man die Unterlagen nicht zurückschickt“, wendet seine Frau ein.

So ist der große Brief zwar bislang ungeöffnet, soll aber weiter aufgehoben werden. „Die Unterlagen kommen ins Hausarchiv“, scherzt Klaus Rickert. Bis vielleicht neue Post von den Organisatoren des Zensus kommt.

Von Michael Schräer

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