Bewohner der Unterkunft Rosengarten nach Wolfhagen verlegt

Schimmelbefall: Asylbewerber ausquartiert

Unterkunft für Asylbewerber: Das ehemalige Hotel Rosengarten war Ende des vergangenen Jahres mit 35 Asylbewerbern belegt worden. Jetzt wurde im ersten Stock Schimmel entdeckt. Foto: Wewetzer

Vellmar. Erst Ende des vergangenen Jahres waren 35 Asylbewerber im leer stehenden Hotel Rosengarten in Vellmar an der B 7 einquartiert worden.

Jetzt mussten zwölf von ihnen zwangsweise in die Unterkunft in der ehemaligen Pommernkaserne in Wolfhagen-Gasterfeld verlegt werden.

Der Grund: Schimmelbildung im ersten Stock des Rosengartens, bestätigte Kreispressesprecher Harald Kühlborn.

Was die Ursache für den Schimmel ist, soll jetzt ein Gutachter klären. Ergebnisse werden beim Kreis im Laufe der nächsten Woche erwartet. Eine Möglichkeit könnte laut Kühlborn sein, dass das Gebäude aus den 50er-Jahren nicht mehr intakt gewesen sei, eine zweite, dass in den Wohnungen von den Asylbewerbern zu viel geheizt, möglicherweise Wäsche getrocknet und zu wenig gelüftet worden sei.

Fest steht jedenfalls: „Bei der Besichtigung des Gebäudes vor dem Einzug der Asylbewerber war kein Schimmelbefall erkennbar gewesen“, betonte der Kreispressesprecher. Sollte der Grund im Zustand des Gebäudes liegen, müsse der Besitzer sanieren.

Damit wohnen jetzt noch 16 Asylbewerber im Rosengarten. Aber auch diese Zahl wird sich weiter verringern. Zwei Familien - eine davon zehn Köpfe stark - stünden laut Kühlborn kurz vor der Abschiebung, für andere seien schon Wohnungen gefunden worden. „Die Fluktuation ist hier sehr hoch“, sagt er, „das ist ein ständiges Kommen und Gehen.“

Denn Ziel des Kreises sei es ja, die Asylbewerber möglichst schnell zu integrieren. So sei für eine Asylsuchende mit einem behinderten Kind, das auf die Käthe-Kollwitz-Schule in Hofgeismar gehen soll, dort eine Wohnung gefunden worden. Zwei weitere Bewohner des Rosengartens stünden ebenfalls kurz vor dem Auszug in eine Wohnung.

Die Anmietung des Rosengartens durch den Landkreis war notwendig geworden, weil der Kreis Ende 2012 kurzfristig 280 zusätzliche Asylbewerber unterbringen musste. 2011 waren es nur 108 gewesen. Insgesamt leben jetzt rund 580 Asylbewerber im Landkreis. Der Grund für den Anstieg liege nach Auskunft von Vizelandrätin Susanne Selbert (SPD) in der zunehmenden Zahl der Krisenherde in der Welt.

Demnach stammt zurzeit rund ein Drittel der Asylbewerber aus Afghanistan, es folgen die Herkunftsländer Iran, Somalia und aktuell auch Syrien.

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