Kreise beschaffen Geld für Eon-Mitte-Rückkauf

Kassel. Für den geplanten Rückkauf des Energieversorgers Eon Mitte wird derzeit Geld beschafft. „Wir erarbeiten ein Finanzpaket“, sagt Robert Fischbach (CDU), Landrat im Kreis Marburg-Biedenkopf und kommunaler Verhandlungsführer.

Man habe einen steuerlich und finanztechnisch guten Weg gefunden. Für die zwölf Landkreise in Hessen, Südniedersachsen und Nordrhein-Westfalen sowie die Stadt Göttingen ist es nicht einfach, den annähernd 700 Millionen Euro teuren Rückkauf zu stemmen. Die Landkreise Kassel und Marburg-Biedenkopf zum Beispiel stehen unter dem Finanz-Schutzschirm des Landes Hessen und haben sich im Gegenzug für die Schuldenübernahme durch das Land zum eisernen Sparen verpflichtet. 

„Die Haushalte dürfen durch den Rückkauf nicht belastet werden“, erklärt Fischbach. Ähnlich geht es Städten und Gemeinden in der Region, die sich über ein Stadtwerke-Konsortium am Rückkauf beteiligen wollen. Inzwischen sei klar, dass die Banken mitziehen würden, sagt Fischbach. Das geforderte Eigenkapital lasse sich mit Bürgschaften und den von den Kreisen gehaltenen Anteilen an Eon Mitte darstellen. Die nötigen Kredite sollen dann aus künftigen Gewinnen finanziert werden. 

Eon Mitte hatte 2010 einen Überschuss von 78,2 Millionen Euro erzielt. Aktuelle Zahlen nennt das Unternehmen nicht. Die Kreise waren sich im Mai mit dem Düsseldorfer Energiekonzern Eon über den kompletten Rückkauf der Tochtergesellschaft einig geworden. Eon Mitte geht damit zurück an seine früheren Eigentümer. Neben der Finanzierung werde derzeit weiter an der Entflechtung der Eon-Unternehmensstrukturen gearbeitet, erläutert Fischbach. 

Er geht davon aus, dass die Kreistage die nötigen Beschlüsse im November fassen und der Rückkauf bis Ende 2013 unter Dach und Fach sein könnte.

Von Jörg Steinbach

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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