Krematorium versilbert Metall: 17.000 Euro Erlös

Kassel. Kniegelenke aus Titan, Hüftpfannen aus Kobalt-Chrom, Sargnägel aus Eisen, Zahnersatz aus Gold: Was passiert mit den wertvollen Metall-, zum großen Teil Edelmetallteilen, die nach einer Einäscherung im Krematorium zurückbleiben?

Im Kasseler Krematorium werden sie nach der Verbrennung, unter anderem mit einem Magneten aus der Asche herausgenommen. Der Erlös wird gespendet, sagt Jürgen Rehs, Friedhofschef und Geschäftsführer der Kasseler Krematorium und Friedhofsgärtnerei (K & F) GmbH: „Das Geld wird einer gemeinnützigen Zweckbestimmung zugeführt, nämlich dem Erhalt historischer Denkmale auf dem Kasseler Hauptfriedhof.“

Im vergangenen Jahr ergab das bei 1900 Einäscherungen 17.000 Euro, die in den Erhalt historischer Grabmale investiert werden konnten. Es war aufgrund der steigenden Edelmetallpreise der höchste jemals erzielte Ertrag. Dieses Recycling werde in Kassel seit 12 Jahren praktiziert: seitdem es im Krematorium ein geschlossenes System der Ascheaufbereitung gibt.

Zurzeit wird in Kassel ein Formular erarbeitet, das Angehörige vor der Einäscherung ausfüllen können, um die K & F für das Recycling zu autorisieren. Man bewege sich in einer rechtlichen Grauzone, sagt Rehs. Krematorien in Deutschland handhaben den Umgang mit Metallen unterschiedlich. (chr)

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