Ungewöhnliches Hungertuch zur Fastenzeit

Kreuz verschwindet hinter Bildschirm

Statt Kruzifix gibt es „kein Signal“: Künstler Jens Nedowlatschil (links) und Christoph Baumanns von der Katholischen Kirche Kassel vor dem ungewöhnlichen Hungertuch in St. Familia. Foto: Zgoll

KAssel. Ein großes blaues Tuch verdeckt in der katholischen Kirche St. Familia derzeit den Blick auf das Kreuz. Unten links steht klein: „Kein Signal“. Die Tradition des Hungertuchs, das in der Fastenzeit das Kruzifix verhüllt, wird in der Gemeinde an der Kölnischen Straße zum zweiten Mal auf ungewöhnliche Weise umgesetzt.

Der Kasseler Künstler Jens Nedowlatschil hat das Tuch diesmal wie die Bildschirmansicht eines Computers gestaltet, wenn bei einer Präsentation Computer und Beamer noch keinen Kontakt haben. „Das leicht angespannte Gefühl, ob es klappt und die Hoffnung darauf, dass Verbindung aufgebaut wird, kann man mit der Emotion der Christen in der Fastenzeit vergleichen“, sagt der 43-Jährige. Ohne das starke Symbol des Heilands sei der Mensch in der Passionszeit auf der Suche nach Trost und Erlösung alleingelassen.

Zugleich bringe das besondere Hungertuch, das jahrtausendendalte Ringen der Menschen mit der Kommunikation zu Gott zum Ausdruck, sagt Christoph Baumanns, Referent von Dechant Harald Fischer. Ganz besonders wirkt das Tuch übrigens, wenn die Sonne in die Kirche scheint und von hinten den Schatten des Kreuzes darauf wirft. Das Tuch hängt noch bis zum Mittwoch vor Ostern. (rud)

Die Kirche St. Familia, Kölnische Str. 55, hat auch außerhalb der Gottesdienste tagsüber geöffnet (Seiteneingang rechts).

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.