Künstler Hoheisel schafft aus alter Stele neue Skulptur an Matthäuskirche

Krieger- wird zu Friedensdenkmal in Kassel

Standort für das neue Friedensdenkmal: (von links) Pfarrer Dietrich Hering, Barbara König (Kirchenvorstand) und Ortsvorsteher Harald Böttger zeigen den Entwurf für die Skulptur, die künftig an der Matthäuskirche in Niederzwehren stehen soll.
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Standort für das neue Friedensdenkmal: (von links) Pfarrer Dietrich Hering, Barbara König (Kirchenvorstand) und Ortsvorsteher Harald Böttger zeigen den Entwurf für die Skulptur, die künftig an der Matthäuskirche in Niederzwehren stehen soll.

Aus dem alten Niederzwehrener Ehrenmal wird ein Friedensdenkmal, das im kommenden Jahr fertig sein soll.

Kassel -Warum führen Menschen Kriege? Warum bauen Menschen Kriegerdenkmale? Das sind Fragen, mit denen sich der Künstler Horst Hoheisel (77) in den vergangenen Monaten beschäftigt hat. Warum – dieses Wort ist Hauptbestandteil eines neuen Gedenkstätten-Kunstwerks für Niederzwehren. Der Ortsbeirat und der Kirchenvorstand der Matthäuskirche haben jetzt zugestimmt, dass Hoheisels Gedenkstättenentwurf auch umgesetzt werden soll.

Ortsvorsteher Harald Böttger (SPD) bezeichnet Hoheisels Entwurf als „hervorragende Idee“. Die Buchstaben W, A, R, U, M werden auf fünf Muschelkalkblöcke gesetzt. Ein sechster Block bietet Platz für einen Kranz. Die Gedenkstätte wird komplett aus dem Material des alten Ehrenmals hergestellt.

Seit über zehn Jahren steht das Niederzwehrener Ehrenmal für die gefallenen Soldaten nämlich auf dem städtischen Bauhof. Die monumentale Stele aus dem Jahr 1929 stand davor auf dem Platz „Am Fronhof“ – dem späteren Märchenplatz. Vor zehn Jahren wurde sie abgebaut, weil das Fundament bröckelte und das Mal nicht mehr standsicher war.

Nach jahrelanger Diskussion, was mit dem Ehrenmal geschehen soll, beschloss der Ortsbeirat im vergangenen Jahr einstimmig, dass aus dem alten Ehrenmal am Rand der Kirchenmauer an der Straße am Fronhof eine Begegnungsstätte für Frieden, Demokratie und Ortsgeschichte unter freiem Himmel werden soll. Der documenta-Künstler Hoheisel, der in Kassel lebt, wurde mit dem Entwurf beauftragt. 42 000 Euro stehen aus Mitteln des Ortsbeirats zur Verfügung, um den Entwurf umzusetzen.

Eigentlich sollte schon im Jahr 1929 ein Friedensdenkmal in Niederzwehren errichtet werden. Damals gab es eine Ausschreibung, die nicht von dem Künstler des späteren Ehrenmals gewonnen wurde.

Der Sieger-Entwurf sei ein Friedensdenkmal gewesen, so Pfarrer Dietrich Hering. Dieser konnte 1929 aber aus Platzgründen nicht realisiert werden. Um so schöner sei es jetzt, dass aus dem Ehrenmal ein Friedensdenkmal werde, so der Pfarrer. An der Gedenkstätte soll eine Erklärtafel angebracht werden, zudem soll ein QR-Code auf eine Internetseite mit weiteren Informationen hinweisen, so der Pfarrer. Es soll nicht nur eine neue sichtbare Gedenkstätte geschaffen, sondern der ganze Bereich aufgewertet werden. Daher ist geplant, dass ein Teil des Fronhofs und des gegenüberliegenden Opferrains gepflastert und eine platzartige Struktur geschaffen werden. Ziel ist, dass an dem neuen Denkmal am Volkstrauertag 2022 ein Kranz niedergelegt werden kann. (Ulrike Pflüger-Scherb)

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