Im Visier der Alliierten

Kriegsende vor 70 Jahren: Henschel-Werke zu 80 Prozent zerstört

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Zerschossene Lokomotive: Die Aufnahme entstand auf dem Werksgelände von Henschel in Rothenditmold.

Kassel. Auf der Liste der deutschen Luftkriegsziele stand Kassel weit oben. Als Rüstungsstandort und Eisenbahnknotenpunkt wurde die Stadt vom Militär genau analysiert.

Vorrangiges Ziel der Bomberpiloten waren die Henschel-Standorte am Holländischen Platz, in Rothenditmold, Mittelfeld sowie Henschel-Flugmotoren in Altenbauna. Ebenfalls im Visier der Alliierten: Der Flugzeugbau von Fieseler in Bettenhausen, Waldau und Lohfelden, Wegmann in Rothenditmold, die Spinnfaser AG und Junkers in Bettenhausen sowie die Waggonbaufabrik Credé in Niederzwehren.

Lexikonwissen: Henschel

Bereits bei Angriffen vor der Bombennacht des 22. Oktober 1943 gab es große Schäden. Trotzdem wurden die Auslieferungszahlen immer weiter gesteigert. Sie erreichten bei Henschel 1944 ihren Höhepunkt. Je länger der Krieg dauerte, umso gnadenloser wurde zur Arbeit angetrieben.

Bis kurz vor Kriegsende gab es Angriffe. In Luftschutzstollen, die unter anderem die Werke Rothenditmold und Mittelfeld verbanden, suchten die Menschen Schutz.

30 Zulieferbetriebe unterstützten die Produktion. Die ging trotz der Zerstörungen weiter. Als die Amerikaner am 4. April 1945 in Kassel einmarschierten, rollte in Rothenditmold die letzte Dampflok aus der Halle. Auch Panzer wurden bis zum Schluss produziert. Die Werkshallen von Henschel waren zu diesem Zeitpunkt zu 80 Prozent zerstört. Ähnlich sah es bei Fieseler aus.

Bei Henschel nutzten die Amerikaner Teile der noch brauchbaren Hallen kurz nach Kriegsende als Reparaturwerkstatt. Töpfe aus Stahlhelmen Die ersten Nachkriegsprodukte bei Henschel waren Pfannen und Töpfe, die aus Stahlhelmen hergestellt wurden. Bei Kriegsende waren 80 Prozent aller Gewerbebetriebe der Stadt zerstört. Wo früher Straßen waren, zogen sich Trampelpfade durch Schuttberge.

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