Mann gibt sich als Drogenfahnder aus und missbraucht Mädchen

Vermeintlicher Drogenfahnder: Kripo sucht Sexualstraftäter

+
Eine Frau war in der Lage, den Täter so gut zu beschreiben, dass Mitarbeiter des Hessischen Landeskriminalamtes ein Phantombild von dem Mann zeichnen konnten.

Kassel. Die Kriminalpolizei sucht mit Fahndungsplakaten nach einem Sexualstraftäter, der junge Mädchen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren belästigt hat. In den vergangenen zwei Jahren habe es mindestens zehn ähnlich gelagerte Fälle gegeben.

Lesen Sie auch:

- Kassel: Falscher Polizist belästigte Schülerin

- Falscher Polizist belästigt im Aschrottpark Zwölfjährige

Das berichtet Kriminalhauptkommissarin Martina Schierer vom Kommissariat 12. Der Täter, der nach Aussage der Zeuginnen um die 20 Jahre alt ist, habe sich in allen Fällen immer als Polizist ausgegeben. Er habe behauptet, er sei Drogenfahnder und müsse deshalb die Taschen der Mädchen auf Betäubungsmittel durchsuchen. Unter diesem Vorwand fasste er die Opfer unsittlich an. Die erste Anzeige in dieser Serie habe die Polizei im März 2011 aufgenommen, die letzte Tat geschah im Dezember 2012. Es sei erkennbar, dass der Mann im Laufe der Zeit immer zudringlicher geworden sei, sagt Schierer.

Weitere Betroffene?

Die Kripo kann nicht ausschließen, dass es weitere Mädchen gibt, die von dem Sexualstraftäter, der sich als Polizist ausgibt, belästigt worden sind. Mögliche Opfer und Zeugen werden aufgefordert, sich unter Tel. 05 61/9100 bei der Kasseler Polizei zu melden.

Der Täter ist etwa 20 Jahre alt, zwischen 1,75 und 1,80 Meter groß, schlanke Figur mit relativ breiten Schultern, dunkler Dreitagebart, kantiges Gesicht, sprach fließend und akzentfrei Deutsch. Bei der Tat am 4. Dezember 2012 trug er eine dunkle hüftlange Winterjacke und hellen Jeans und eine schwarze Wintermütze. Der Mann hatte eine große schwarze Umhängetasche mit Aufsatztaschen an der Vorderseite dabei.

Am Dienstag, 4. Dezember 2012, wurde eine Jugendliche zwischen 18.45 und 18.55 Uhr am Diakonissenkrankenhaus (Vorderer Westen) Opfer des Sexualstraftäters. Nach Angaben von Polizeisprecherin Sabine Knöll war der falsche Polizist der jungen Frau in Höhe des Hintereingangs an der Herkulesstraße aufgefallen. Sie bemerkte, wie er sie verfolgte. Nach einer Weile sprach der Mann, der eine auffällige schwarze Umhängetasche dabei hatte, die junge Frau an und behauptete, eine Leibesvisitation machen zu müssen. Seine Begründung: In der Gegend würden Drogen verkauft und die Dealer würden die Drogen in den Sachen von Frauen oder Mädchen verstecken.

Dabei habe er das Opfer unsittlich angefasst. Nachdem das der Frau komisch vorkam, wollte sie den Dienstausweis des angeblichen Polizisten sehen. Daraufhin drückte der Mann sie gegen eine Wand und hielt ihr, als sie zu schreien anfing, den Mund zu. Erst nachdem sich das Mädchen heftig wehrte, flüchtete der Täter in Richtung Huttenstraße.

Die junge Frau war in der Lage, den Täter so gut zu beschreiben, dass Mitarbeiter des Hessischen Landeskriminalamtes ein Phantombild von dem Mann zeichnen konnten. Allerdings hab es nach der ersten Veröffentlichung nur wenige Hinweise auf den Täter gegeben, sagt Knöll. „Wir haben noch keine heiße Spur“, sagt Ermittlerin Schierer. Aus diesem Grund hat das K 12 jetzt über 300 Fahndungsplakate drucken lassen, die an den weiterführenden Schulen in Kassel, Baunatal und Vellmar, in den Straßenbahnen und Bussen der Kasseler Verkehrsgesellschaft, an den Bahnhöfen und in öffentlichen Einrichtungen aufgehängt werden.

Die Kripo will die jungen Frauen auch darauf aufmerksam machen, dass es bei der Polizei grundsätzlich nicht üblich ist, dass männliche Beamte Leibesvisitation bei Frauen vornehmen. Weibliche verdächtige würden nur von Polizistinnen durchsucht. Zudem seien Polizeibeamte verpflichtet, sich auszuweisen.

 Die Kripo kann nicht ausschließen, dass es weitere Mädchen gibt, die von dem Sexualstraftäter, der sich als Polizist ausgibt, belästigt worden sind. Mögliche Opfer und Zeugen werden aufgefordert, sich unter Tel. 05 61/9100 bei der Kasseler Polizei zu melden. Der Täter ist etwa 20 Jahre alt, zwischen 1,75 und 1,80 Meter groß, schlanke Figur mit relativ breiten Schultern, dunkler Dreitagebart, kantiges Gesicht, sprach fließend und akzentfrei Deutsch. Bei der Tat am 4. Dezember 2012 trug er eine dunkle hüftlange Winterjacke und hellen Jeans und eine schwarze Wintermütze. Der Mann hatte eine große schwarze Umhängetasche mit Aufsatztaschen an der Vorderseite dabei. (use)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.