Kritik an Denkmal-Abriss: Teile der Haferkakaofabrik müssen weichen

Die Haferkakaofabrik.

Kassel. Kritik an der Abrissgenehmigung für einen Teil der denkmalgeschützten Haferkakaofabrik kommt aus dem Ortsbeirat Bettenhausen. „Es ist schon ein Skandal, wie die Stadtverwaltung bei den Eigentümern von denkmalgeschützten Objekten mit zweierlei Maß misst“, empört sich Peter Tippmann.

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Er war früher Ortsvorsteher und sitzt jetzt für die Unabhängige Liste Bettenhausen der Freien Wähler im Ortsbeirat. Schon seit Jahren fordere der Ortsbeirat von der Stadtverwaltung, dafür Sorge zu tragen, dass die Eigentümer der historischen Industriebauten angehalten werden, diese Gebäude zu erhalten. „Ein Hausschwamm durch undichte Dachkonstruktion ist ein mindestens grob fahrlässig herbeigeführter Schaden“, sagt Tippmann.

Das Verschulden treffe die Raiffeisen-Warenzentrale als Eigentümerin. Wenn die städtische Denkmalschutzbehörde solch unverantwortliches Verhalten damit belohne, dass nun der Abriss wegen zu hoher Sanierungskosten erlaubt werde, sei das schlicht skandalös.

Für fragwürdig hält Tippmann die Entscheidung auch vor dem Hintergrund, dass in anderen Denkmalschutz-Fällen in Bettenhausen zum Beispiel bei privaten Hauseigentümern von der Behörde weitaus restriktiver vorgegangen werde.

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Beim Salzmann-Gelände habe das langjährige Beharren der städtischen Denkmalschützer auf den Erhalt der Glasdachhallen, die gar nicht zum geschützten Bereich des Gesamtdenkmals gehörten, fast 15 Jahre Entwicklungshemmung bewirkt. Wäre man dort ähnlich großzügig vorgegangen wie im Fall der Haferkakaofabrik, könnte das Industriedenkmal Salzmann längst rekultiviert sein, vermutet Tippmann.

Die städtische Denkmalschutzbehörde hat den Teilabriss der historischen Haferkakaofabrik an der Sandershäuser Straße erlaubt, weil die Sanierungskosten für die vom echten Hausschwamm befallenen Gebäude auf ungefähr 4,6 Millionen Euro geschätzt werden. Das sei für die Raiffeisen-Warenzentrale wirtschaftlich unzumutbar. (ach)

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