Kritik an der Gestaltung des Rainer-Dierichs-Platzes am Kulturbahnhof

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Der Rainer-Dierichs-Platz mit dem Kulturbahnhof

Kassel. An ihm scheiden sich die Geister: Der vor drei Jahren neu gestaltete Rainer-Dierichs-Platz vor dem Kulturbahnhof (Kuba) stößt nicht nur auf Zustimmung. Ein Frankfurter Architekt übt im Fernsehen scharfe Kritik.

Städtebaukritiker Christoph Mäckler lässt kein gutes Haar an der Gestaltung des Rainer-Dierichs-Platzes. In der nächsten Folge der hr-Reihe „Die sieben Todsünden des Städtebaus“ am Donnerstag, 15. September, prangert er den grün asphaltierten Platz an, der nach einem preisgekrönten Entwurf für zwei Millionen Euro angelegt wurde.

Mäcklers Urteil ist niederschmetternd. Er hält den Platz für hässlich und schlägt vor, stattdessen eine Art Mini-Wald mit Vorfahrt anzulegen. Die Bäume würden auch die unschönen Fassaden der umgebenden Gebäude verdecken, argumentiert der Direktor des Deutschen Instituts für Stadtbaukunst.

Vor dem Umbau des Platzes hatten sich die im Kulturbahnhof anässigen Initiativen vor allem genügend Raum für Veranstaltungen und Aktionen unter freiem Himmel gewünscht. Dem sind die Planer damals gefolgt. Nun üben die Anrainer zum Teil Kritik an der kahlen Fläche.

Ähnlich äußert sich Martin Sonntag von der Galerie für komische Kunst, der Caricatura im Kuba. „Ich kann nur alle Skater ermutigen, diesen Platz zu beleben“, sagt er. „Er ist nämlich tot.“ Bei Veranstaltungen könne nur mit großem Aufwand so etwas wie Atmosphäre geschaffen werden, weil der Platz nach allen Seiten offen sei.

Er habe aber auch Stärken wie die ebene Fläche und das geschwungene Treppenband. Es gebe auch genügend Strom- und Wasseranschlüsse für Veranstaltungen. Sonntag schlägt einen Skulpturenpark der komischen Kunst zur Belebung vor.

„Eine Todsünde ist der Platz auf keinen Fall“, sagt Thomas Rudolff von der Industrie- und Handelskammer Kassel (IHK). Aber er sei im Kleinen verbesserungsbedürftig. Mehr Gastronomie zum Beispiel und ein bisschen mehr Grün könnten helfen.

Der Platz werde allein schon dann gewinnen, wenn das ewige Baugerüst am Bahnhofsgebäude endlich weg sei und das Hotel Reiss in neuem Glanz erstrahle. „Dann wirkt er schon ganz anders. Es gibt mit Sicherheit schlechtere Plätze“, sagt Rudolff.

„Die sieben Todsünden des Städtebaus“, Donnerstag, 15. September, 22.45 Uhr, im hr-Fernsehen

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