Ortsvorsteherin findet klare Worte

Kritik an Supermarkt-Neubau im Wesertor: „Wir brauchen keinen Rewe-Markt“

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Sie ist gegen einen weiteren Supermarkt im Wesertor: Ortsvorsteherin Ingeborg Jordan vor dem leer stehenden ehemaligen Massa-Markt an der Fuldatalstraße. Dieser soll für einen Rewe-Markt weichen.

Kassel. Im Wesertor will Rewe einen modernen Supermarkt bauen - in direkter Nachbarschaft zu Lidl und Edeka. Kritik kommt nun von Ortsvorsteherin Ingeborg Jordan. Benötigt werde etwas ganz anderes.

Ingeborg Jordan findet klare Worte: „Wir brauchen hier nicht auch noch ein Rewe. Wir haben in unmittelbarer Nähe schon genug Lebensmittelmärkte“, sagt die Ortsvorsteherin des Wesertors. "Was wir brauchen, sind bezahlbare Wohnungen."

Jordan (SPD) reagiert damit auf die Pläne der Rewe-Gruppe, auf dem Areal des ehemaligen Massa-Möbelmarktes an der Fuldatalstraße/ Ecke Wilhelm-Speck-Straße einen Supermarkt zu errichten.

Jordan, die aus der HNA von dem Vorhaben erfahren hatte, fühlt sich zudem vor den Kopf gestoßen. Weil die Stadt Kassel derzeit ein Entwicklungskonzept und ein Bebauungsplan für das brachliegende Areal erstelle, habe der Ortsbeirat in seiner Sitzung im April für die Verlängerung einer sogenannten Veränderungssperre gestimmt. Damit ist es bis Juni 2019 eigentlich nicht möglich, den Planungsprozess durch einzelne Investitionsvorhaben zu stören.

„Das Entwicklungskonzept, das derzeit bei der Stadt erarbeitet wird, sieht eine Mischbebauung aus Wohnen und kleinteiligem Gewerbe vor. Gegen einen Bäcker oder einen Metzger hat auch keiner etwas einzuwenden“, sagt Jordan. Weil es in unmittelbarer Nachbarschaft aber bereits einen Lidl-- und einen Edeka-Markt gibt und der Real-Markt und der Aldi-Markt auch nur wenige Hundert Meter entfernt liegen, sei ein weiterer Supermarkt unsinnig.

„Das führt nur zu Verdrängungswettbewerb und in der Folge zu Leerstand“, sagt die Ortsvorsteherin. Zudem würden durch den geplanten Supermarkt weitere Flächen durch großräumige Parkplätze versiegelt. Davon habe das Wesertor bereits genug. In der nächsten Ortsbeiratssitzung will Jordan das Thema deshalb aufgreifen.

Die Stadt bestätigt auf HNA-Anfrage, dass die Veränderungssperre bis Juni 2019 Bestand hat. Diese Vorgabe werde selbstverständlich beachtet. Damit ist mit einem kurzfristigen Bau des Rewe-Marktes nicht zu rechnen. Ein Bauantrag liegt ohnehin noch nicht vor.

Abriss wurde genehmigt

Der laufende Abriss des Massa-Marktes war der Rewe-Gruppe von der Stadt indes bereits genehmigt worden. Dies sei unproblematisch, so ein Stadtsprecher, da der Abriss keinen Einfluss auf die Planung für das 14 000 Quadratmeter große Grundstück habe. Das Entwicklungskonzept, das derzeit für das Areal erstellt werde, sehe eine gemischte Baustruktur mit Wohnnutzung und Dienstleistung in den Obergeschossen und Einzelhandel im Erdgeschoss vor. Es liege allerdings eine Analyse der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung vor. Nach dieser sind ein Vollsortimenter mit 1500 Quadratmetern Verkaufsfläche sowie ein Discounter mit 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche an dieser Stelle „verträglich“.

Der Stadtsprecher wirbt um Geduld: „Sobald die Planung sich verdichtet, soll diese selbstverständlich politisch diskutiert werden“.

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