Kritik an Rumpelrasen im Auestadion: Nur Generalsanierung würde helfen

Kassel. 23,5 Millionen Euro hat das runderneuerte Auestadion gekostet. Tribünen, Flutlicht, Toiletten, Umkleidekabinen - alles ist auf einem bundesligatauglichen Stand. Doch was nutzt das alles, wenn der Rasen einem Acker gleicht?

Das war zumindest der Eindruck, den der neue sportliche Leiter des KSV Hessen Kassel, Rüdiger Abramczik, hatte. Auf diesem Platz könne man nicht vernünftig Fußball spielen.

Die Kritik ist nicht neu. Spieler und Trainer des KSV beschweren sich seit Jahren immer mal wieder über den Rumpelrasen. Auch Stürmer Tobias Damm hätte wohl allen Grund dazu. Als er am Samstag ganz allein auf das Gästetor zulief, versprang ihm der Ball. „Der Platz ist schlecht, aber das Tor musste ich trotzdem machen“, sagt Damm.

Niemand beim KSV will den Eindruck erwecken, als suche man eine Entschuldigung für das bislang mäßige Abschneiden in der Regionalliga. Trainer Uwe Wolf schon gar nicht. „Wir klären das im Gespräch mit dem Sportamt“, sagt er.

Viel zu klären gibt es da allerdings nicht. „Das Stadion ist auf Trümmerschutt gebaut, unter dem Rasen gibt es Unebenheiten“, sagt Gerhard Griesing, der stellvertretende Leiter des Sportamtes. Diese Unebenheiten könne man nie völlig ausgleichen. Schon gar nicht in einer Zeit, in der kein Gras wächst.

„Wir haben Erde aufgetragen und gewalzt, aber das hilft nur bedingt“, sagt Griesing. Vor dem Pokalspiel gegen Wehen/Wiesbaden sei der Platz gewässert worden. Das sei gut für diese Partie gewesen. Bis zum Spiel gegen Worms nur wenige Tage später habe sich der Rasen aber nicht erholen können.

„Hier hilft nur eine Generalsanierung“, sagt Griesing. Der alte Untergrund müsste raus. Nicht nur für einen neuen Rasen, sondern auch für eine Rasenheizung. Wenn der KSV in absehbarer Zeit höherklassig spielen will, braucht er die ohnehin. Auf 750.000 Euro schätzen Fachleute die Kosten für Sanierung plus Heizung. Bisher steht das Geld im städtischen Haushalt allerdings nicht zur Verfügung. (tos)

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