Meteorologe sieht Verschlechterung

Kritik an Verlegung von Wetterstation nach Schauenburg

Kassel. Heute sendet die Wetterstation an der Heinrich-Schütz-Allee letztmalig Daten an den Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Kritik an der Verlegung der Messstation nach Elgershausen übt jedoch der Umweltmeteorologe Prof. Lutz Katzschner von der Uni Kassel.

Aus seiner Sicht ist der neue Standort eine Verschlechterung: „Der Deutsche Wetterdienst vertut die Chance, die meteorologischen Bedingungen in Nordhessen besser zu erfassen.“

Umweltmeteorologe Prof. Lutz Katzschner

Hintergrund des Umzugs ist, dass durch die umstehenden Bäume am Standort Heinrich-Schütz-Allee Luft nicht frei anströmen kann. Laut den Richtlinien des DWD darf der Windmast im Umkreis von 100 Metern nicht von etwas Höherem überragt werden. In Elgershausen möge es zwar eine freie Anströmung geben, sagt Katzschner, es sei aber kein repräsentativer Messstandort für den Raum Kassel. Denn in dem Schauenburger Ortsteil gebe es die Besonderheit, dass abfließende Kaltluft vom Habichtswald durchströmt. Insofern hätten die Messdaten nur begrenzte Aussagekraft für das Kasseler Becken.

„Mit einem Blick in die bestehende Klimafunktionskarte hätte man das erkennen können“, sagt der Wissenschaftler. Offenbar habe sich der Deutsche Wetterdienst aber nicht die Mühe gemacht, sich mit den lokalen Gegebenheiten auseinanderzusetzen. Speziell die Wetterlagen im Kasseler Becken, wo die Feinstaubbelastung ein Problem ist, blieben künftig unerfasst, kritisiert der Umweltmeteorologe. „Heutzutage ist eine automatische Messerfassung preiswert möglich“, sagt Katzschner. „So könnte eine vergleichende Messung beispielsweise am Herkules, wo die Luft frei anströmen kann, und im Kasseler Becken wichtige Erkenntnisse bringen.“ (rud)

Rubriklistenbild: © Symbolbild

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