Städte Kassel und Baunatal: Wir müssen Fehler der Bundesdruckerei ausbaden

Kassel: Kritik wegen Perso-Panne

Pannen mit neuem Ausweis: Die bekommt auch Sabrina Klenke, Mitarbeiterin des Bürgerbüros im Rathaus, zu spüren. Foto:  Socher

Kassel / Baunatal. Rund die Hälfte der 1627 Kasseler Bürger, die im November einen der neuen Personalausweise beantragt haben, wartet noch immer auf ihre neuen Dokumente. Diejenigen, die mit einem der angeblich sehr sicheren Ausweise bereits versorgt worden sind, müssen ihn unter Umständen wieder zurückgeben.

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Nach Angaben von Hans-Jürgen Schweinsberg, Sprecher der Stadt Kassel, habe man diese Woche eine Nachricht von der Bundesdruckerei erhalten, wonach 24 Personalausweise zurückgerufen werden müssen. Grund: Das Sperrkennwort auf dem Ausweis sei nicht korrekt.

Bei der Stadt Baunatal sind 40 neue Ausweise fehlerhaft. Nach Angaben von Pressesprecher Roger Lutzi sind davon bereits 22 ausgeliefert worden, 18 lägen noch im Rathaus. Die Verwaltung werde die betroffenen Bürger umgehend informieren.

Von der Perso-Panne sind in Hessen insgesamt 5000 Menschen betroffen. Der hessische Software-Dienstleister ekom 21 hatte erklärt, dass von über 70 000 neuen Personalausweisen, die mithilfe des Unternehmens ausgegeben worden sind, 5000 fehlerhaft seien.

Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen und Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub (beide SPD) kritisieren die vielen Pannen bei der Einführung des neuen Dokuments. Die Kommunen und Mitarbeiter der Verwaltung müssten nun den Ärger der Bürger ausbaden. Die Mitarbeiter der Bürgerbüros beklagten zudem die unzureichenden Antworten der Bundesdruckerei in Bezug auf den Fertigungsstand der Dokumente sowie deren Lieferzeit.

Neben der Verzögerung bei der Auslieferung der Personalausweise und der Rückrufaktion gibt es nach Angaben von Hans-Jürgen Schweinsberg auch massive Probleme mit der Software für die sogenannten 40 Änderungsstationen im Bürgerbüro des Kasseler Rathauses. Seit der Einführung der neuen Ausweise am 1. November habe es bereits fünf Updates gegeben, die auf alle 40 Geräte „per Hand“ aufgespielt werden mussten. Das habe pro Gerät und pro Update zwischen zehn und 20 Minuten gedauert.

Bedienung ist „unzumutbar“

Zudem funktioniere die Anmeldung an den Geräten nicht immer beziehungsweise dauere sehr lange. Die Bedienung der Geräte sei „unzumutbar, zeit- und nervenaufwendig“, sagt Schweinsberg. Welche Kosten durch die Perso-Panne entstanden seien, könne man derzeit nicht abschätzen, sagt Schweinsberg. Die Stadt Kassel gehe aber davon aus, dass die Bundesdruckerei dafür aufkommt.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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