Forderung nach neuem Beschluss für marode Anlagen in Harleshausen und Wilhelmshöhe

Kritik an Zeitplan für Freibäder

Kassel. Vermutet wurde es schon lange, doch jetzt ist die Katze aus dem Sack. Auch das Freibad in Harleshausen lässt sich nicht mehr sanieren. Das Ergebnis des Gutachtens der Städtischen Werke ist seit gestern öffentlich bekannt. Der Standort in Harleshausen ist genauso marode wie der in Bad Wilhelmshöhe. Die politische Debatte hat dadurch weiter Nahrung bekommen.

Jürgen Barthel

Einen neuen Beschluss der Kasseler Stadtverordneten zur Zukunft der Bäder fordert die FDP. Deren stellvertretender Kreisvorsitzender Andreas Ernst kritisiert Kämmerer und Bäderdezernent Dr. Jürgen Barthel (SPD). Barthel will die Entscheidung vertagen und erst die Besucherströme am neuen Kombibad messen.

Dessen Hinhaltetaktik werde nur zum weiteren Verfall der Bäder führen. Für den Fall, dass ein Bad geschlossen werden müsse, hat der Vorsitzende des FDP-Ortsvereins Harleshausen / Jungfernkopf / Kirchditmold einen Favoriten. Da eigne sich Wilhelmshöhe wegen des für eine Bebauung attraktiveren Grundstücks besser.

Georg Lewandowski (CDU) unterstreicht, dass seine Fraktion beide Bäder erhalten will. Jetzt sei aber der Magistrat mit dem Bäderdezernenten Barthel gefordert. Der müsse ein Konzept für die beiden Bäder vorlegen. „Einen Neubau nur mit einem 25-Meter-Becken wird es mit uns nicht geben“, sagt der frühere Oberbürgermeister.

Es sei für niemanden überraschend, dass sich die Bäder in einem schlechten Zustand befinden, sagt Gernot Rönz, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Bedauerlich sei die Kostensteigerung von sechs Millionen Euro am Auedamm gegenüber dem Stadtverordnetenbeschluss.

Wichtig sei nach wie vor der Erhalt der dezentralen Standorte. „Deshalb werden wir die Bäder jetzt auch nicht gegeneinander ausspielen“, sagt Rönz. Die Städtischen Werke hätten sehr deutlich gemacht, dass eine weitere Verschiebung der nötigen Arbeiten kaum noch möglich sei. Deshalb werde man gemeinsam mit der SPD schnell eine Lösung suchen.

Leicht wird das nicht. Davon ist Christian Geselle, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD, überzeugt. „Grundsätzlich wollen wir beide Bäder erhalten, aber zehn Millionen Euro sind sehr viel Geld“, sagt er. Geselle ist davon überzeugt, dass die SPD zusammen mit den Grünen eine Lösung finden werde.

Nach Ansicht der Piraten sind die Stadtverordneten jetzt gefordert, zu ihrem Beschluss zu stehen und ihr Wort zu halten. Beide Freibäder müssten erhalten bleiben, sagt Jörg-Peter Bayer, finanzpolitischer Sprecher der Piraten. Ob eine Sanierung oder ein Neubau im jeweiligen Fall besser sei, solle per Bürgerentscheid geklärt werden.

Von Thomas Siemon

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