Boosterimpfungen in der Stadt nach sechs Monaten

Kritische Corona-Fälle im Klinikum Kassel sind ungeimpft

Erweiterte Öffnungszeiten: Das Testcenter der GNH im City-Point hat ab heute bis 17.30 Uhr geöffnet. Unser
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Erweiterte Öffnungszeiten: Das Testcenter der GNH im City-Point hat ab heute bis 17.30 Uhr geöffnet.

Kann man sich nach Kassel bereits nach fünf Monaten die Booster-Impfung geben lassen? Und welche Patienten liegen aktuell im Klinikum? Wir beantworten wichtige Fragen.

Kassel – Ein Aushang in der Impfstelle im City-Point hat für Verwirrung gesorgt. Eine Leserin schrieb, dass dort und im Jugendamt Auffrischimpfungen bereits nach fünf Monaten angeboten werden. Das Klinikum bestätigte, dass die kritischen Fälle dort ungeimpft sind. Fragen und Antworten.

Gibt es in Kassel nun auch früher die Booster-Impfung so wie im Landkreis?

Nein. Wie ein Sprecher mitteilt, hält sich die Stadt an die Vorgaben der Ständigen Impfkommission (Stiko). Ziel sei es, weiterhin genügend Kapazitäten vorzuhalten, um auch durch ein niederschwelliges Angebot die wichtigen Erst- und Zweitimpfungen sicherzustellen.

Welche Vakzine werden zum Boostern verwendet?

In Kassel und in Calden werden die Wirkstoffe von Biontech und Moderna verwendet. Von der Stiko gibt es die Vorgabe, dass Menschen unter 30 Jahren sowie Schwangere nicht das Vakzin von Moderna erhalten sollen. Bei Erst- und Zweitimpfungen verhält es sich aktuell ähnlich: Bei Menschen über 30 Jahren wird der Impfstoff von Moderna, bei Schwangeren und Menschen unter 30 wird der von Biontech gespritzt.

Welche Kombinationen von Wirkstoffen sind möglich bei Dritt-Impfungen?

Laut Stiko soll für die Auffrischung der mRNA-Impfstoff zum Einsatz kommen, der auch bei der Erst- beziehungsweise Zweitimpfung verabreicht wurde – also Biontech oder Moderna. Ist der entsprechende nicht verfügbar, kann der jeweils andere verwendet werden. Gab es die Grundimmunisierung mit einem Vektorimpfstoff – also zweimal Astrazeneca oder einmal Johnson & Johnson, dann muss für die Auffrischung ein mRNA-Impfstoff genutzt werden.

Ist es bei den städtischen Impfstellen möglich, einen QR-Code zu bekommen, um den Impfstatus in der Corona-Warn-App anzeigen zu lassen?

In den städtischen Impfstellen werden keine QR-Codes ausgestellt. 14 Tage nach der Zweitimpfung werden, wenn beide Impfungen in den Impfstellen der Stadt Kassel oder deren mobile Teams durchgeführt wurden, die QR-Codes postalisch durch das Land Hessen zugesandt. Für alle anderen Impfungen – also insbesondere für die Auffrischungen – werden die QR-Codes bei Vorlage des Impfnachweises und eines Ausweisdokuments in den Apotheken ausgestellt.

Gibt es Neuigkeiten zu den Impfungen von Kindern?

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat grünes Licht für Impfungen von Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren mit dem Impfstoff von Biontech gegeben. Diese Impfung enthält nur ein Drittel einer Erwachsenen-Dosis und wird zweimal im Abstand von drei Wochen in den Oberarm verimpft. Aus diesem Grund hat der Kreis die Termine zwischen den Jahren und in der ersten Januarwoche zunächst geblockt. „Sobald wir sicher wissen, dass der Impfstoff kommt, geben wir die Termine frei“, so der Kreissprecher Harald Kühlborn. Damit sollen die rund 30 Kinder- und Jugendärzte in Stadt und Landkreis Kassel bei den Impfungen Unterstützung durch das Impfzentrum erhalten. Auch das Klinikum bestätigte, dass das Angebot für Kinderimpfungen dort auch für jüngere Kinder gelte, wenn der Impfstoff zur Verfügung stehe. Infrage kommen in Stadt und Kreis Kassel 25 000 Kinder und Jugendliche. Man müsse schauen, wie viele Eltern dieses Angebot in Anspruch nehmen wollen und dann entsprechend weiter planen.

Im Klinikum Kassel gilt für Besucher seit dem Wochenende 2G-Plus. Wie waren die Reaktionen?

Vereinzelte Besucher seien verärgert gewesen, sagt eine Sprecherin. Was vor allem daran lag, dass diese Besucher nicht über die veränderten Bedingungen informiert waren. Der Großteil habe aber Verständnis gezeigt. Problematisch seien die fehlenden Testmöglichkeiten am Sonntag gewesen. Weil der Antigen-Schnelltest nur 24 Stunden gilt, und die Besuchszeit erst nachmittags beginnt, war das Zeitfenster für viele nicht ausreichend. Das GNH-Testzentrum im City-Point weitet deshalb die Öffnungszeiten aus. Ab heute wird bis 17.30 Uhr getestet.

Wo gibt es in der Stadt Kassel noch die Möglichkeit, sich testen zu lassen?

Seit Mitte November hat wieder jeder einen Anspruch auf einen kostenlosen Antigen-Schnelltest – und das unabhängig vom Impfstatus. Auf der Homepage der Stadt sind Teststellen aufgelistet, allerdings ohne Gewähr.

Wie sieht es in anderen Kasseler Kliniken aus?

In der Vitos Orthopädischen Klinik Kassel gilt wegen der steigenden Infektionszahlen ein generelles Besuchsverbot. Ausnahmen seien möglich, teilt eine Sprecherin mit, zum Beispiel für Erziehungsberechtigte, die ihr Kind besuchen wollen. Für Besucher gelte dann 2G-Plus. Im Elisabeth-Krankenhaus werde noch besprochen, welche Regeln für Besucher getroffen werden, berichtet eine Sprecherin. In den Agaplesion-Diakonie-Kliniken sollen die Besuchsregeln noch in dieser Woche verschärft werden. Im Marienkrankenhaus und der Paracelsus-Elena-Klinik gilt bereits ein Besuchsverbot. Wer in die Helios-Kliniken möchte und ungeimpft oder nicht genesen ist, der benötigt einen negativen Test. Am Standort in Wehlheiden ist pro Patient ein Besucher für eine Stunde erlaubt.

Wie viele Corona-Patienten liegen aktuell in den Kliniken der Region?

52 Menschen, fünf mehr als am Vortag, werden derzeit im Zusammenhang mit Covid-19 behandelt. 22 Corona-Patienten (plus drei) befinden sich auf einer Intensivstation. Zehn von ihnen liegen im Klinikum. Von diesen zehn Patienten gibt es acht kritische Fälle, die künstlich beatmet werden müssen. Um es deutlich zu sagen: Diese Patienten sind allesamt ungeimpft, wie das Klinikum bestätigte.

Wie sieht die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz in Stadt und Kreis aus?

Die Inzidenz in der Stadt liegt aktuell bei 257,2, im Kreis bei 213,9. Die Werte sind dabei ähnlich denen der Vorwoche. Die hessenweite Inzidenz liegt aktuell bei 278,2, der bundesweite Wert bei 452,4. In Stadt (1102) und Kreis (1119) sind aktuell 2221 Personen mit dem Coronavirus infiziert.

Wie sehen die aktuellen Vorschriften bei Beerdigungen aus?

Für Trauerfeierlichkeiten und Bestattungen sind von den Kirchen und Religionsgemeinschaften Abstands- und Hygienekonzepte aufzustellen, die sich an den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts sowie den entsprechenden Regelungen dieser Verordnung orientieren, heißt es von der Stadt. Dies gelte immer dann, wenn mehr als 25 Personen an der Beerdigung teilnehmen.

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