Schneeschmelze und starke Niederschläge können zu Hochwasser führen - Edertalsperre hat Reserven

Kritischer Blick auf die Pegel

Dana

Kassel. Noch fließt die Fulda gemächlich dahin, doch das kann sich schnell ändern. „Wir beobachten die Pegelstände im Oberlauf ganz genau“, sagt Dana Halbe von Wasser- und Schifffahrtsamt Hann. Münden. Auf der Wasserkuppe, wo die Fulda entspringt, liegt noch immer ein Meter Schnee. Wenn es mit einem Schlag wärmer wird, steigen auch die Pegel der Fulda sprunghaft an. „Den ersten wichtigen Richtwert für Kassel liefern die Messungen in Rotenburg“, sagt Dana Halbe.

Dort war es gestern ebenso ruhig wie weiter flussabwärts. Der Pegel in Guntershausen zeigte 1,35 Meter an. Die erste Warnstufe wird bei 3,80 Metern ausgelöst.

Erinnerung an 1995

Mindestens genauso gefährlich wie eine schnelle Schneeschmelze ist starker Regen, der auf einen gefrorenen Boden fällt. Genau das geschah bei dem schlimmsten Fulda-Hochwasser seit der Zerstörung der Edertalsperre 1943 (siehe Chronik).

Am 25. Januar 1995 standen rund um die Hafenstraße und den Bleichenweg ganze Quartiere unter Wasser. Zuvor hatte es drei Tage lang ununterbrochen geregnet. Auf einen Schlag kam so viel Niederschlag vom Himmel wie sonst im ganzen Monat Januar. Die Fulda wurde zum reißenden Strom, damals zeigte der Pegel in Guntershausen 5,07 Meter an.

Talsperre zur Regulierung

Eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Wasserstandes in Kassel spielt die Edertalsperre. Dort hat man sich bewusst Reserven gelassen, um die erwartete Schneeschmelze auffangen zu können. 200 Millionen Kubikmeter Wasser fasst der Edersee, 70 Millionen Kubikmeter passen noch hinein. Erst im April soll die Talsperre komplett gefüllt sein. Das Ederseewasser wird ab dem Frühjahr gebraucht, um die Schifffahrt auf der Weser zu ermöglichen. Der Zufluss erfolgt über die Eder und die Fulda. So lange die Temperaturen nicht deutlich steigen, ist die Schneeschmelze kein großes Problem.

„Die kommende Woche wird entscheidend sein“, sagt Dana Halbe. Wenn die Vorhersagen zutreffen, wird es nur wenig Niederschlag bei leichten Plusgraden geben. Hochwassergefahr bedeutet das (noch) nicht.

Von Thomas Siemon

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