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Corona-Demo in Kassel: Polizei nimmt Gegendemonstranten fest

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Von: Matthias Lohr, Katja Rudolph, Sarah Neumeyer

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Demonstration der „Querdenker“ im Dezember auf dem Bahnhofsvorplatz in Kassel.
Demonstration der „Querdenker“ im Dezember auf dem Bahnhofsvorplatz in Kassel. © Matthias Lohr

Am Samstag demonstrieren in Kassel „Querdenker“ und Gegendemonstranten. Die Proteste verlaufen insgesamt friedlich.

Update vom Samstag, 15.01.2022, 19.03 Uhr: In Kassel haben am Samstag (15.01.2022) „Querdenker“- und Gegen-Demos stattgefunden. Bis auf eine Veranstaltung waren alle Demonstrationen in Kassel im Vorfeld angemeldet worden, teilt die Polizei Kassel mit. Etwa 80 Personen hatten sich gegen 14 Uhr an der Stadthalle zusammengefunden, um von dort einen nicht angemeldeten „Spaziergang“ zum Friedrichsplatz zu machen. „Dieses wurde durch die Kasseler Polizei aufgrund der Gesamtumstände als Aufzug gewertet und entsprechende Auflagen erteilt“, teilt die Polizei mit. Die Personen wurden aufgefordert Masken zu tragen und Abstand zu halten.

An der „Querdenker“-Demonstration auf dem Friedrichsplatz nahmen etwa 300 Personen teil, am anschließenden Aufzug durch die Innenstadt etwa 450. Dieser endete offiziell gegen 17.30 Uhr. An den Gegendemonstrationen nahmen laut Angaben der Polizei etwa 700 Personen teil. Die Kasseler Polizei war mit einem größeren Aufgebot im Einsatz und wurde von der hessischen Bereitschaftspolizei unterstützt.

Corona-Demo in Kassel: Polizei verhindert Aufeinandertreffen von „Querdenkern“ und Gegendemonstranten

Die Demonstrationen verliefen weitestgehend ruhig. Gegen 15.15 Uhr spalteten sich etwa 30 bis 35 Personen von den Gegendemonstranten ab, die in Richtung Königsplatz zogen. Laut Angaben der Polizei liefen die Gegendemonstranten in Richtung der 80 „Spaziergänger“, die auf dem Weg zum Friedrichsplatz waren. Die Polizei verhinderte ein Aufeinandertreffen der unterschiedlichen Versammlungsteilnehmer in Höhe des Rathauses. Eine Person knickte dabei offenbar um und es wurde ein Rettungswagen angefordert, teilt die Polizei mit.

30 Gegendemonstranten wurden vor dem Rathaus vorläufig festgenommen. Wie die Polizei mitteilt, wurden die Personen nach Feststellung der Identitäten vor Ort wieder entlassen. Entsprechende Verfahren wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz wurden durch die Polizei eingeleitet.

Corona-Demo in Kassel: Polizei nimmt etwa 30 Gegendemonstranten fest

Update vom Samstag, 15.01.2022, 17.37 Uhr: In Kassel haben am Samstag (15.01.2022) etwa 650 Personen an einer Demonstration gegen „Querdenker“ und Verschwörungsideologien teilgenommen. Gleichzeitig fand auch eine Demonstration von Corona-Kritikern statt, an der etwa 300 Personen teilnahmen. Die Demonstrationen verliefen bis zum späten Nachmittag insgesamt friedlich.

Die „Querdenker“-Demonstration war von den „Freien Bürgern Kassel“ angemeldet worden. Die Kundgebung auf dem Friedrichsplatz startete gegen 15.30 Uhr. Ursprünglich hatten die Organisatoren etwa 500 Teilnehmer erwartet. In der Innenstadt von Kassel gilt eine Maskenpflicht, diese wurde von vielen Demonstranten auf dem Friedrichsplatz nicht eingehalten.

Corona in Kassel: Gegendemonstranten zündeten Pyrotechnik

Die Gegen-Demonstration, zu der Initiativen wie Fridays for Future über Linke und Grüne Jugend aufgerufen hatten, zog ab 14 Uhr von der Alten Post in der Friedrich-Ebert-Straße bis zum Königsplatz. Im Bereich des Friedrichsplatzes spaltete sich eine Gruppe von schwarz gekleideten Personen von dem Demonstrationszug ab und zündete Pyrotechnik. Die Personen, die vermutlich zur Antifa gehören, versuchten offenbar auf die in die Stadt ziehenden „Querdenker“ zu treffen. Das wurde jedoch von der Polizei verhindert. Die etwa 30 Personen wurden vorübergehend von der Polizei festgenommen und müssen sich nun wegen Verstößen gegen die Versammlungsauflagen verantworten. Bei der Gegen-Demo wurden Abstände und Maskenpflicht eingehalten.

Die Gegen-Demonstration löste sich gegen 15.45 Uhr friedlich auf. Die „Querdenker“ zogen bis zum Abend noch durch die Innenstadt.

Vor dem Demo-Wochenende in Kassel: Kirchen kritisieren „Querdenker“

Erstmeldung vom Freitag, 14.01.2022, 19.07 Uhr: Kassel – Nachdem die Spaziergänge der „Querdenker“ immer mehr Zulauf bekommen, haben die Kritiker der Corona-Maßnahmen für diesen Samstag (15.01.2022) die erste größere Demo des Jahres in der Kasseler Innenstadt angemeldet. Dort wird es auch eine Gegen-Veranstaltung geben. Auch aus Politik und Kirche gibt es für die „Querdenker“ Gegenwind.

Corona-Proteste in Kassel: Die „Querdenker“

Unter dem Motto „Grundrechte gelten“ haben die „Freien Bürger Kassel“ für 15.30 Uhr eine Veranstaltung mit 120 Teilnehmern auf dem Friedrichsplatz angemeldet. Ursprünglich wollten sie auf dem Königsplatz demonstrieren. Dort findet aber bereits eine Gegen-Veranstaltung statt. So müssen die „Querdenker“ vor das Fridericianum ausweichen. Sie selbst rechnen mit mehr als 500 Teilnehmern. Auch die Polizei geht davon aus, dass mehr Menschen kommen als angemeldet. Verkehrsteilnehmer müssen sich auf Einschränkungen einstellen. Denn von 17 bis 18.30 Uhr ist noch ein Aufzug der „Querdenker“ über Fünffensterstraße, Ständeplatz, Kulturbahnhof, Schillerstraße und Steinweg geplant – also rund um die Innenstadt.

Corona in Kassel: Gegen-Kundgebung beginnt um 14.30 Uhr

Zahlreiche Initiativen von Fridays for Future über Linke und Grüne Jugend rufen zur Demo gegen „Querdenker“ und Verschwörungsideologien auf. Ein Aufzug beginnt um 14 Uhr vor der Alten Post in der Friedrich-Ebert-Straße. Die Kundgebung beginnt um 14.30 Uhr auf dem Königsplatz. Mitorganisator Jakob Alber sagt: Auf den Veranstaltungen der „Querdenker“ werde „so viel Problematisches und faktisch Falsches gesagt, dass man dagegen unbedingt ein Zeichen setzen muss“.

Corona-Proteste in Kassel: Kirche und Politik kritisieren „Querdenker“

Geht es nach der katholischen Kirche, würde die „Querdenken“-Demo nicht stattfinden. Das Dekanat Kassel-Hofgeismar hat die „Corona-Leugner“ aufgefordert, ihre Veranstaltung abzusagen, da Kassel ein Pandemie-Hotspot ist. Dechant Martin Gies, Pastoralreferent Stefan Ahr und Pastoralreferentin Beatrix Ahr wenden sich gegen die „Verbreitung von Unwahrheiten und die Rücksichtslosigkeit im öffentlichen Umgang miteinander“.

Die evangelische Kirche reagiert ebenfalls mit Unverständnis auf die Corona-Proteste. Auch in Kassel würde die Bewegung rechtsextremen und antisemitischen Aktivisten eine „Plattform zur Verbreitung ihrer demokratie- und menschenfeindlichen Positionen“ bieten, heißt es in einem Statement der Stadtdekane Barbara Heinrich und Michael Glöckner: „Freiheit ist nicht nur die Freiheit einer lauten Minderheit, sondern vor allem die Freiheit der Schutzbedürftigen.“

Zuvor hatten bereits die SPD-Landtagsabgeordneten Esther Kalveram, Florian Schneider und Oliver Ulloth sowie der SPD-Bundestagsabgeordnete Timon Gremmels kritisiert, dass an „Querdenker“-Demos in der Region „regelmäßig polizeibekannte Aktivisten aus staats- und demokratiefeindlichen Gruppierungen“ wie der Identitären Bewegung teilnehmen: „Wer gemeinsam mit Rechtsextremen, Demokratieverächtern und Menschenfeinden auf die Straße geht, steht auf der falschen Seite.“ (Matthias Lohr)

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