Aktion für mehr Wertschätzung von Lebensmitteln gastierte auf dem Königsplatz

Einsatz für verschmähtes Gemüse: Arthur Schulz aus Fulda (von links), Meike Eghaghe, Hanna Steinbrink und Caro Werner aus Kassel servierten Suppe und Salat. Foto: Dilling

Kassel. Die Möhre muss schmecken, egal wie sie aussieht. Auch krumme Gurken würde sie ohne Bedenken kaufen, sagt Caro Werner aus Kassel.

Die junge Frau gehörte zu den Freiwilligen aus der Region, die sich am Wochenende an der vom Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung initiierten Aktion für mehr Wertschätzung von Lebensmitteln auf dem Königsplatz engagierte, Kartoffeln und Möhren schälte, Rote Beete schnippelte und kostenlos Suppe und Salat Passanten servierte. 1800 Bürger schauten bei der Aktion vorbei.

Die Produkte waren tags zuvor bei Landwirten aus der Region eingesammelt worden. Das Problem: krumme Gurken, ulkig aussehende Erdäpfel und „zweibeinige Möhren“ kommen gar nicht erst in den Supermarkt. Sie wandern in die Tonne, um in der Lebensmittelindustrie für andere Zwecke verarbeitet zu werden. Gemüse, das kein Gardemaß habe, sei dem Handel oft zu sperrig für Lagerung und Transport, sagt Dr. Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland. Die Organisation, die sich für gesunde Lebensmittel einsetzt, hat die Aktion in Kassel mit dem Bundesverband Deutsche Tafel organisiert.

Meist zählt Aussehen

Der Verbraucher habe sich inzwischen häufig daran gewöhnt, Gemüse und Obst nur nach dem guten Aussehen zu beurteilen, weniger nach dem Geschmack, meint Dr. Marie Luise Dittmar vom Ministerium. Dieses setzt sich für die Reduzierung von Lebensmittelabfällen ein. Jedes Jahr wandern laut Dittmar elf Millionen Tonnen noch brauchbarer Lebensmittel in die Tonne und nicht auf den Tisch des Verbrauchers. Auf dem Königsplatz wurden die Passanten mit Tipps zum Einkaufen, Konservieren und Kochen von frischen Nahrungsmitteln informiert. Kassels Jugenddezernentin Anne Janz (Grüne) nahm sich ein Heft mit Bildern gesunder Lebensmittel zum Ausschneiden zur Ansicht mit. Das Heft wolle sie für die Kasseler Kindergärten bestellen, sage sie.

Von Peter Dilling

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