Sozialplan steht

K+S: Trotz Sparplan ist Stellenabbau in großem Stil nicht vorgesehen

Kassel. Der Vorstandschef des Kasseler K+S-Konzerns, Norbert Steiner, sieht das Unternehmen auf einem guten Weg und schwört die Belegschaft auf den Ende vergangenen Jahres beschlossenen Sparkurs ein.

„Wir müssen an einem Strang ziehen. Mit dem Programm sichern wir die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens“, schrieb Steiner unlängst in einem Beitrag für die Mitarbeiterzeitschrift Scoop. Alle müssten bereit sein, auch Dinge anzupacken, die auf den ersten Blick unangenehm erschienen und die auch Schmerzen bereiten könnten. Aber nur so könnten die Ziele erreicht werden.

Wie berichtet, will der Kali- und Salzproduzent mit dem Programm „Fit für die Zukunft“ bis Ende 2016 eine halbe Milliarde Euro einsparen, davon allein in diesem Jahr 150 Mio. Gespart wird in allen Sparten und Bereichen: bei Reise-, Verwaltungs-, Material-, Energie- und IT-Kosten, im Werbe-Etat und bei den Produktionsprozessen. Ein Stellenabbau in großem Stil ist zwar nicht vorgesehen, Pressesprecher Michael Wudonig erklärte aber auf Anfrage, dass „auch eine Anpassung der Personalstrukturen und -kosten“ erforderlich sei.

Nach Informationen der HNA geht es um einige hundert Jobs. „Ob, wann und in welchem Umfang Personalmaßnahmen notwendig werden, ist derzeit noch offen“, sagte Wudonig weiter. Zunächst sollen die natürlichen Fluktuation genutzt und Vorruhestands- beziehungsweise Altersteilzeitmöglichkeiten geprüft werden. Vor diesem Hintergrund haben Vorstand, Gesamtbetriebsrat und die Gewerkschaft IG Bau Chemie Energie (IGBCE) vorsorglich einen Interessenausgleich und Sozialplan vereinbart, der auch hohe Abfindungszahlungen für freiwillig Ausscheidende vorsieht. „Wir haben Rahmenbedingungen vereinbart, die im Fall von konkreten Personalmaßnahmen Anwendung finden können“, sagte der Betriebsratsvorsitzende am Standort Kassel, Udo Stumpf.

Die Verhandlungen mit dem Vorstand seien fair und von gegenseitigem Vertrauen geprägt gewesen. Auch künftig setzten die Betriebsräte auf den offenen Dialog zwischen allen Beteiligten und sich für die Belange der Belegschaft bestmöglich ein. Grund für das Sparprogramm ist unter anderem der russisch-weißrussische Kalikrieg, in dessen Folge der Weltmarktpreis in den vergangenen Monaten stark gesunken ist (siehe Hintergrund). Dadurch hat der sehr hohe Renditen gewohnte K+S-Konzern mit seinen vergleichsweise hohen Produktionskosten 2013 einen Gewinneinbruch erlitten, verdiente aber angesichts einer Reingewinnmarge von elf Prozent immer noch prächtig.

Allerdings stellte Vorstandschef Steiner Aktionäre und Mitarbeiter anlässlich der Bilanzvorlage im März auf ein mageres Jahr ein. Der Gewinn werde „deutlich niedriger“ als 2013 ausfallen, sagte er. In jüngsrter Zeit mehren sich die Anzeichen, dass die beiden Kali-Kontrahenten im Osten, Uralkali und Belruskali, ihren Streit bald beilegen und das Exportkartell BPC wieder aufleben lassen könnten. Das würde die Preise wieder steigen lassen, sind sich Marktkenner einig.

Von José Pinto

Rubriklistenbild: © dpa

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