Interview

Norbert Steiner: Sachkosten bei K+S senken

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Kassel. Der Kasseler K+S-Konzern muss sparen. Sinkende Kali-Preise und Gewinne zwingen das einzige Dax-Unternehmen Nordhessens zu Kostensenkungen. Darüber sprachen wir mit Vorstandschef Norbert Steiner:

Herr Steiner, die K+S-Gruppe muss sparen und schließt Stellenstreichungen nicht aus. Können sie konkrete Abbauzahlen nennen?

Steiner: Wir sparen, um international wettbewerbsfähiger zu werden. In einem ersten Schritt wollen wir bereits im Jahr 2014 gut 150 Millionen Euro einsparen, vor allem bei den Sachkosten: die Hälfte davon in der Kali-Sparte, ein Drittel beim Salz und den Rest in unseren anderen Geschäftsfeldern, der Holding und im IT-Bereich.

Aber das Ganze wird Stellen kosten, oder?

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Steiner: Unser Fokus liegt ganz eindeutig auf den Sach- und Prozesskosten sowie Verbesserungen in der gesamten Organisation. Ob und in welchem Ausmaß darüber hinaus Personalmaßnahmen notwendig werden sollten, können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös sagen. Wir werden sicherlich die normale Personalfluktuation nutzen.

Wie sieht es mit betriebsbedingten Kündigungen aus?

Steiner: Es ist jetzt – ganz am Anfang unseres Programms „Fit für die Zukunft“ – viel zu früh und wäre gegenüber unseren engagierten Mitarbeitern fahrlässig, darüber zu spekulieren. Wir werden dann informieren, wenn wir mehr wissen.

Sie haben wiederholt betont, dass die wichtigsten Investitionen – zum einen in den Gewässerschutz an der Werra und ins neue Bergwerk in Kanada – vom Sparprogramm ausgenommen würden. Bleibt es dabei?

Steiner: An diesen beiden Projekten halten wir unverändert fest.

Der Preis für Standardkali liegt derzeit bei etwa 260 Euro die Tonne. An welchem Punkt legt K+S drauf?

Steiner: Zunächst: Wir haben bereits vor einer Reihe von Monaten mit Projekten begonnen, um unsere Kosten zu senken – unabhängig von der jetzigen Preisentwicklung. Diesen Kurs intensivieren wir jetzt. Das Auseinanderbrechen der Exportkooperation der russischen Hersteller hat die Dringlichkeit der Kostenreduzierung erhöht und eine gewisse Dynamik entwickelt. Wir wollen in den nächsten drei Jahren zusammengenommen in einer Größenordnung von 500 Millionen Euro Kosten einsparen. Damit begegnen wir auch allgemeinen Preissteigerungen.

Wann werden die Kalipreise wieder steigen?

Steiner: Eins ist erstmal sicher: Der Rohstoff Kali wird gebraucht – und die Nachfrage wird allein aufgrund der zunehmenden Weltbevölkerung wachsen. Es gibt eine Reihe von Marktteilnehmern, die sagen, dass wir die Bodenbildung erreicht haben. Das wäre doch schon mal was. Die Bodenbildung ist Basis dafür, dass Preise wieder angehoben werden können, wenn die Gelegenheit gegeben ist. Im Februar/März wissen wir besser, wohin die Reise gehen wird.

Wie sieht die Prognose für 2014?

Steiner: Die werden wir im März abgeben.

Von José Pinto

Zur Person Norbert

Steiner (59) ist seit Juli 2007 Vorstandsvorsitzender der K + S AG. 1993 kam der Jurist von der damaligen K+S-Mutter BASF nach Kassel, 2000 wechselte der gebürtige Siegener in den Vorstand. Spitzenmanager ist verheiratet und hat zwei Söhne. Steiner mag Kunst und Musik, vorzugsweise Klassik..(jop)

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