Mit viel Wehmut am Mikrofon

Rekordspiel im Auestadion: Für Moderator Tobias Zeller ist das Derby ein Abschied

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Am Montag noch einmal Moderator im Auestadion: Tobias Zeller war neun Jahre ehrenamtlich für den KSV Hessen tätig, jetzt geht er nach Köln.  

Wenn der KSV Hessen Kassel in der Fußball-Hessenliga am Montag auf den KSV Baunatal trifft, wird Tobias Zeller ein letztes Mal die Moderation rund um die Partie übernehmen.

Tobias Zeller muss es so vorkommen, dass sich mit 30 Jahren alles irgendwie überschlägt. Vor gerade einmal einem Monat hat er runden Geburtstag gefeiert. Seitdem ist viel passiert, sein Leben ändert sich.

Er zieht gerade nach Köln um, wo er ab Mai beim Eishockey-Spitzenklub Kölner Haie Marketing-Manager sein wird. In der vergangenen Woche leistete er eine Blutstammzellspende. Wenn alles gut läuft, rettet er damit einem leukämiekranken Menschen aus den Niederlanden das Leben.

Und dann ist da auch noch dieses Rekordspiel am nächsten Montag, was zugleich sein Abschiedsspiel sein wird. Wenn der KSV Hessen Kassel in der Fußball-Hessenliga auf den KSV Baunatal trifft (Anpfiff: 15 Uhr), wird Zeller ein letztes Mal auf der Laufbahn des Auestadions stehen und die Moderation rund um die Partie übernehmen. „Natürlich ist dann eine große Portion Wehmut dabei“, sagt er.

Neun Jahre arbeitet der gebürtige Frankenberger schließlich schon für die Löwen. Der ehemalige Pressesprecher Torsten Pfennig holte ihn einst zum KSV ins Presseteam – jener Pfennig, der als Finanzdirektor ihn nun zu den Kölner Haien lotste. Als angehender Mediengestalter sorgte Zeller damals zunächst dafür, dass die neue Videoleinwand im Auestadion zur Geltung kommt. „So nahm es seinen Lauf.“

Er ist ein Gesicht der Löwen 

Später war er auch für „Löwen-TV“ verantwortlich, seit drei Jahren moderiert er zudem die Pressekonferenzen. Zeller ist längst ein Gesicht der Löwen fernab der Fußball-Mannschaft geworden.

Für ihn brachte das ehrenamtliche Engagement nicht nur Spaß bei seinem Herzensverein, sondern es war zugleich ein berufliches Sprungbrett. Nach seinem Studium in Weimar kam er so vor einem Jahr zur Dr. Schumacher GmbH, einem Sponsor der Löwen, nach Malsfeld. Nun also Köln. „Der KSV hat mir viele Türen geöffnet“, sagt er. „Für mich ist das jetzt ein richtiger Karriereschritt.“

Es sind die emotionalen Momente, die bleiben 

Wenn er nach Köln geht, sind es vor allem die emotionalen Momente, die bleiben: das 1:0 des KSV gegen Nürnberg II am 1. Mai 2009 vor 11.000 Zuschauern durch ein Tor von Thorsten Bauer; das Tor von Mentor Latifi zum 2:1 in der Nachspielzeit gegen Offenbach, das die Löwen ins Finale des Hessenpokals brachte; der Jubel 2015 nach dem Gewinn des Hessenpokals – all diese Augenblicke wird Zeller nicht vergessen. 

Seit 2007 drückt er den Löwen die Daumen, seit er mit seinem Vater ein Spiel im Auestadion gesehen hat. Womöglich kommt noch ein unvergessliches Ereignis dazu – am nächsten Montag. „Ich freue mich“, sagt Zeller.

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