Löwen-Anhänger überfallen

Nach Auswärtssieg: Attacke von Offenbach-Fans auf KSV-Fans

Dieses Foto wurde im Internet veröffentlicht: Mit den Bannern der Ultras des KSV Hessen Kassel posierten diese vermummten Personen im Internet. Es soll sich um Problemfans der Kickers Offenbach handeln. Foto:  Privat

Kassel. Nach dem Auswärtssieg des KSV (0:4) am Samstag in Zweibrücken (Rheinland Pfalz) sind mehrere Fans der Löwen von Problemfans der Kickers aus Offenbach überfallen worden.

Bei dem Überfall wurden auch mehrere Zaunfahnen der Ultra Gruppierung Scena Chassalla gestohlen.

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Nach Angaben von Kriminalhauptkommissar Michael Hummel, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Zweibrücken, alarmierten Zeugen um 16.12 Uhr die Polizei. Diese hätten beobachtet, wie 15 bis 20 Vermummte auf einem Supermarkt-Parkplatz aus Fahrzeugen mit Offenbacher Kennzeichen gestiegen seien und die Fußballfans aus Kassel attackierten. Dabei soll es sich um Ultras der Scena Chassalla gehandelt haben. Aus dem Kleinbus der Kasseler wurde zudem eine Tasche mit Bannern gestohlen. Als die Polizei kam, seien weder Offenbacher noch Kasseler vor Ort gewesen. Die Zeugen hätten allerdings die Kennzeichen zweier Offenbacher Fahrzeuge notiert, sagt Hummel. Man gehe davon aus, dass die Söhne der Fahrzeughalter am Steuer gesessen hätten. Die Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts des Raubs, Landfriedenbruchs und der Sachbeschädigung. Von einem szenekundigen Beamten aus Kassel habe man den Hinweis auf den Kleinbus bekommen.

Die Offenbacher Fans ließen sich nach dem Überfall mit den gestohlenen Bannern fotografieren und veröffentlichten das Foto im Internet.

Beim KSV Hessen Kassel will man sich nach Angaben von Pressesprecher Torsten Pfennig zu dem Vorfall nicht äußern. „Fahnen zu klauen, ist nicht ganz unüblich in den Fan-Szenen“, sagt Fan-Sozialarbeiter Dennis Pfeiffer.

Pokalsieg über Kickers Offenbach: Das Foto zeigt Fans aus Kassel am 24. März auf dem Bieberer Berg. Vielleicht kam es dort zu verbalen Provokationen der Anhänger beider Mannschaften. Foto:  Hedler

Dass es eine Rivalität zwischen Fußballfans aus dem Norden und Süden Hessens gibt, ist nichts Neues. In den 80er- und 90er-Jahren sei das Verhältnis zum Teil gar „feindschaftlich“ gewesen, sagt Andreas Ströh, szenekundiger Beamter im Polizeipräsidium Nordhessen. In den letzten Jahren sei es allerdings „bis auf Kleinigkeiten zu keinen großen Auseinandersetzungen“ mehr zwischen beiden Lagern gekommen.

Warum es in Zweibrücken zu der Attacke der Offenbacher kam, darüber könne er nur spekulieren, sagt Ströh. Die Löwen hatten am 24. März das Viertelfinale im Hessenpokal gegen Offenbach mit 1:0 überraschend gewonnen. Und das auch noch auf dem Bieberer Berg in Offenbach. Es sei nicht auszuschließen, dass es dort zu Provokationen gekommen sei, sagt Ströh.

Der szenekundige Beamte vertritt die Ansicht, dass die Attacke der Offenbacher am Samstag geplant war. „Wer fährt schon 150 Kilometer zu einem Spiel, an dem die eigene Mannschaft gar nicht beteiligt ist?“ Der OFC hatte am Samstag spielfrei.

Im Internet wird derzeit gemutmaßt, dass die OFC-Fans die gestohlenen Banner am 23. Mai mit ins Auestadion bringen. Dann findet der letzte Spieltag der Regionalliga Südwest statt.

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