KSV-Fan: Prozess um Tritte gegen Frankfurter Fußballer vertagt

Kassel. Der Prozess um die tätlichen Angriffe von Fans des KSV Hessen Kassel auf den Spieler Marcos Alvarez (Eintracht Frankfurt U23) und seine Familie ist am Freitag vom Kasseler Amtsgericht vertagt worden.

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Es sollen weitere Zeugen gehört werden. Neuer Termin: 20. Dezember. Der angeklagte Yannic W. (28) hatte zuvor die Einstellung des Verfahrens wegen geringer Schuld abgelehnt. Er möchte, so seine Verteidigerin Julia Legrand, freigesprochen werden.

Seine Chancen stehen nicht schlecht. Die Beweislage ist äußerst dürftig. Weder Marcos Alvarez noch sein Vater Julio und Großvater Umberto konnten Yannic W. als möglichen Täter identifizieren. Sie würden nur einen anderen Mann wiedererkennen - doch der saß am freitag nicht auf der Anklagebank.

Aktualisiert um 14.35 Uhr

Am Mittwoch, 1. September 2010, hatte Marcos Alvarez beim Spiel im Auestadion gegen den KSV eine Verletzung erlitten. Er bat seinen Trainer darum, nach dem Spiel nicht im Mannschaftsbus nach Frankfurt zu fahren, sondern mit Vater, Opa und Freundin im privaten Wagen. Auf dem Weg zum Auto kam es dann zur Konfrontation mit KSV-Anhängern: Der Großvater lag plötzlich am Boden, Vater Julio Alvarez wurde ins Gebüsch an der Eissporthalle geprügelt, Spieler Marcos, der noch seinen Eintracht-Trainingsanzug trug, bekam mindestens einen Tritt gegen den Oberschenkel ab, die Freundin schrie um Hilfe.

Recherchen der Polizei führten zu vier Hauptverdächtigen - einer saß gam Freitag auf der Anlagebank. Doch Yannic W. gab sich unschudig. Er habe nach dem Spiel nur noch etwas in der Kneipe „Rauchfang“ getrunken und sei dann nach Hause gefahren. Ein 20-Jähriger hatte bereits einen Tritt gegen Alvarez zugegeben. Er hatte vom Jugendgericht dafür Auflagen erhalten. Gegen einen 43-Jährigen wird weiter ermittelt, ein beschluldigter 30-Jähriger war ungeschoren davon gekommen.

Die Prügelei hatte fast noch diplomatische Verwicklungen. Julio Alvarez ist Mitarbeiter des spanischen Generalkonsulats in Frankfurt. Bei der Rangelei verlor er sein Handy mit wichtigen Telefonnummern. Der Konsul schaltete sich ein, konnte aber beruhigt werden. Die Sim-Karte konnte gefunden werden. Am Samstag, 10. Dezember, spielt Marcos Alvarez mit Frankfurt wieder im Auestadion. Dieses Mal, sagt er, wird er im Mannschaftsbus die Heimreise antreten. (tho)

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