Interview mit nordhessischem Fernseh-Koch

Küchenchef Kotaska im Interview: "Brot, Butter und Ahle Wurscht"

Mario Kotaska mit seinem liebsten Werkzeug: Der Kochprofi stammt aus Nordhessen - und spricht im HNA-Interview über seine Leidenschaft und seine Heimat.

Kassel. Er ging in Elgershausen und Kassel zur Schule, bekannt wurde er durch seine Kochkünste und die RTL-2-Sendung "Kochprofis". Mittlerweile ist Mario Kotaska für Vox im Einsatz - im Interview spricht der Ahle-Worscht-Liebhaber über seine Kindheitserinnerungen und das beste Essen für unterwegs.

Herr Kotoska, Sie sind Vater von zwei Kindern. Was kochen Sie für Ihre Familie?

Kotaska: Heute gab es Blumenkohl mit Kartoffeln. Meine Frau hat da klare Regeln aufgestellt: Ich darf nicht länger als 30 Minuten kochen und nur drei Töpfe schmutzig machen.

Wann haben Sie beschlossen, in die Gastronomie zu gehen?

Kotaska: Das war in meiner Schulzeit. Damals bin ich während eines Ferienjobs zum ersten Mal in die Gastronomie eingetaucht und hab dann direkt nach dem Abitur meine Ausbildung zum Hotelfachmann begonnen.

Von wem haben Sie Ihr Talent zum Kochen geerbt?

Kotaska: (lacht...) Eindeutig nicht von meinem Vater. Das habe ich von meiner Oma Anni und meiner Mutter.

Sie stammen ursprünglich aus Elgershausen bei Kassel. Hatte Ihre Kindheit Einfluss auf Ihren Beruf?

Kotaska: Ja. Ich bin sehr ländlich aufgewachsen und war viel bei meinen Großeltern. Dort habe ich früh den Bezug zu Lebensmitteln bekommen. Ich wusste schon als Kind, wenn samstags die Gans nicht mehr über den Hof lief, dann hatte man Sonntagmittag eine Verabredung mit ihr. Es war einfach toll, wie meine Oma ganze Menüs gezaubert hat, und wie gut das alles geschmeckt hat.

Ihr erstes Kochbuch heißt Street Food. Was soll uns der Titel sagen?

Kotaska: Er hat zwei Botschaften: Zum Einen bin ich im Restaurantbetrieb nicht mehr tätig, möchte aber, dass meine Gerichte ihren Weg zu den Menschen finden. Zum anderen ernährt man sich oft, wenn man viel unterwegs ist, sehr ungesund. Street Food soll die Menschen animieren, sich ihr Essen wieder selbst zuzubereiten und mitzunehmen.

Welches Street Food packen Sie in Ihre Brotdose?

Kotaska: Brot, Butter und Ahle Worscht.

Sind die nordhessischen Speckzungen in Ihrem Buch eine Hommage an den „Grünen Kuchen“?

Kotaska: Ja. Die Speckzungen kann man einfach besser mitnehmen als ein ganzes Blech „Grünen Kuchen“. Das Rezept dazu ist zufällig entstanden, wie viele Gerichte in meinem Buch.

Sind solche Zufälle das Besondere an Ihrem Kochbuch?

Kotaska: Vielleicht. Zumindest bin ich stolz darauf, dass ich alle Gerichte aus meinem Buch auch selbst zubereitet habe.

Warum? Ist das denn so ungewöhnlich?

Kotaska: Nun ja, sagen wir es so: Es gibt genug Kochbücher, bei denen Köche fast ausschließlich mit ihrem Gesicht und ihrem Namen herhalten. So etwas wollte ich für mein Buch nicht.

Ihr Onkel hat früher selbst zuhause geschlachtet. Finden die deftigen nordhessischen Spezialitäten auch in Ihrer Kölner Heimat Anklang?

Kotaska: Ich habe einmal den Fehler gemacht, Weckewerk für ein Personalessen nach Köln mitzunehmen. Ich musste aber feststellen, dass das nicht mehrheitstauglich war.

Zur Person Mario Kotaska

Der 39-Jährige wurde in Kassel geboren. Er besuchte die Grundschule in Schauenburg-Elgershausen und wechselte dann auf das Friedrichsgymnasium in Kassel. Nach dem Abitur machte er eine Ausbildung zum Hotelfachmann auf Schloss Bühlerhöhe und arbeitete in zahlreichen renommierten Restaurants. Von 2003 bis 2011 war er Küchenchef im La Societé in Köln. 2006 wurde ihm sein erster Michelin-Stern verliehen. Seit 2009 betreibt er den Imbiss „Bratwerk“ mit wechselnden Standorten. Kotaska ist verheiratet und hat zwei Kinder. (eul)

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