Eva Kühne-Hörmann über die Fehler der CDU im Wahlkampf

Eva Kühne-Hörmann

Kassel. Die Wahlen am 27. März sind anders ausgegangen als von der CDU erhofft: 23 Prozent der Stimmen gab es für OB-Kandidat Ernst Wegener, 24 für die Fraktion. Die Niederlagen haben zu Wirbel in der Fraktion und im Kreisvorstand geführt.

Es gab heftige Kritik an Parteichefin Eva Kühne-Hörmann. Vier Monate nach der Wahl hat sich die Lage beruhigt - obwohl Fragen offen geblieben sind. Wir haben sie gestellt:

• War Ernst Wegener, Mitarbeiter Kühne-Hörmanns in Wiesbaden, der falsche Kandidat? „Nein“, sagt die Wissenschaftsministerin. Wegener habe eine Kompetenz, die für Kassel wichtig sei - im Bereich Kultur. Vor dem Hintergrund der Welterbe-Bewerbung sei sie davon ausgegangen, dass Wegener die richtige Wahl ist. Sie habe jedoch erkennen müssen, dass der Bereich Kultur beim Wahlausgang keine Rolle gespielt habe.

Einen Kandidaten aus Kassel habe es in der Union nicht gegeben: „Ich habe intern mehrfach gefragt, niemand wollte.“

• Warum konnte die CDU im Wahlkampf keine Themen platzieren? „Wir müssen lernen, uns auf Themen zu fokussieren, sie mehr zuzuspitzen“, gesteht die Ministerin zu. Als Beispiele nennt sie die Verkehrssituation in der Stadt sowie die ungelöste Frage der hohen Müllgebühren. Bei vielen Themen sei es für die CDU aber lange schwierig gewesen, sich zu positionieren - die Politik der wechselnden Mehrheiten Hilgens habe eine Abgrenzung schwierig gemacht. Außerdem sei die CDU mit dem Stadtbaurat Norbert Witte sowie dem Kultur- und Abfalldezernenten Thomas-Erik Junge lange eingebunden gewesen.

• Wird sich am Führungsstil Eva Kühne-Hörmanns etwas ändern? Die Parteichefin sagt, sie wolle Entscheidungen „stärker kommunizieren und Verantwortung delegieren“. Eine Strukturkommission der CDU soll bis zum Herbst Vorschläge für Veränderungen vorlegen. (hai)

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