Künftig in Wilhelmshöhe in Kultur baden

Wilhelmshöhe: Aus Schwimmbad soll Begegnungsstätte werden

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Ein Kleinod inmitten der dichten Bebauung: Das Freibad Wilhelmshöhe. Die 1936 gebaute Einrichtung steht auf der Kippe. Ein Förderverein mit mittlerweile 800 Mitgliedern will sie erhalten. 

Kassel. In die Debatte um das von Schließung bedrohte Schwimmbad Wilhelmshöhe kommt Bewegung. Der Förderverein will die 1936 entstandene Einrichtung mithilfe der „Initiative Junge Kultur Kassel“ (IJKK) zu einem Kulturbad entwickeln.

Die Pläne dafür präsentierten unlängst der Vorsitzende des Fördervereins, Prof. Kuno Hottenrott, und IJKK-Sprecher Ralph Raabe Stadtkämmerer Dr. Jürgen Barthel. „Der hat uns einen Besichtigungstermin angeboten und uns ermutigt, das Konzept weiterzuentwickeln“, sagten Hottenrott und Raabe im Gespräch mit dieser Zeitung im Anschluss an das Treffen.

Prof. Kuno Hottenrott

Geplant ist eine Kultur- und Begegnungsstätte für den Stadtteil und darüber hinaus unter Beibehaltung des Bäderbetriebs. Denkbar sind die Einrichtung eines kleinen Gästehauses für Übernachtungsgäste, Konzerte, Theater-Aufführungen, Lesungen, Feiern, ein buntes Sommerprogramm, Saison- und Flohmärkte und ein Freilichtkino. Angedacht sind auch ein Jugendcamp für junge Gäste, die sich das Weltkulturerbe Bergpark anschauen wollen, ein Lern- und Nutzgarten, der von Kitas, Schulen, Vereinen und Bürgern betrieben werden könnte, Kiosk und Boutique, Café und Restaurant sowie spezielle Bewegungsangebote etwa für ältere Menschen. Platz genug ist da, schließlich ist das weitläufige Gelände in bester Lage 28.000 Quadratmeter groß.

Ziel: 100 000 Besucher

Vereinsvorsitzender Hottenrott glaubt, mit dem Kulturkonzept je Saison 100.000 Besucher ins Bad locken zu können. Zum Vergleich: In der zurückliegenden Saison waren es 60.000, „obwohl seit Jahren nichts an dem Bad gemacht wurde“, erklärt der Sportwissenschaftler. „Unser Ziel ist es, das Ensemble als Ganzes zu erhalten“, betont er und weiß mittlerweile 800 Bürger als Mitglieder des Fördervereins hinter sich.

HNA-Lexikon

Freibad Bad Wilhelmshöhe

Hottenrott erinnert auch daran, dass das Freibad keinesfalls nur von den Wilhelmshöhern genutzt wird. Wegen seiner guten Erreichbarkeit sei es auch für die Menschen von der Marbachshöhe sowie aus den Stadtteilen Süsterfeld und Helleböhn attraktiv. „Wir wollen mit dem Kulturbad Wilhelmshöhe, dem Familienbad Harleshausen und dem Kombibad in der Aue die dezentrale Bäderlandschaft in Kassel erhalten und fordern daher ein Bäderkonzept für die Stadt“, sagt Hottenrott.

Auf der Streichliste

Wie berichtet, stehen die beiden Traditionsbäder in Wilhelmshöhe und Harleshausen auf der Streichliste, obwohl es einen Beschluss zu deren Sanierung gibt. Derzeit ist unklar, ob die beiden Einrichtungen im Sommer wieder eröffnen werden.

Von José Pinto

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