Landesregierung spart am Programm „Verlässliche Schule“

Künftig weniger Geld für Vertretungslehrer

Kassel. An hessischen Schulen rumort es: Lehrer und Elternbeiräte protestieren gegen Sparmaßnahmen bei Vertretungslehrern. Statt 1000 Euro, wie sie bis 2008 den Schulen zugeteilt worden waren, soll es im neuen Jahr nur noch 630 Euro pro Stelle geben. Der Grund: Wie andere Ministerien soll auch das Kultusministerium sparen.

Das Ministerium soll in diesem Jahr mit 45 Millionen Euro weniger auskommen als im Vorjahr. Einen Großteil dieser Summe, nämlich 9,3 Millionen, will Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) im Programm „Verlässliche Schule“ (VS) einsparen. Dieses Programm dient vor allem der Finanzierung der Vertretungslehrer. Das Ministerium begründet die Kürzung unter anderem damit, dass es in den vergangenen Jahren nie ausgeschöpft worden sei.

Das wird auch vom Staatlichen Schulamt in Kassel bestätigt. So sei im Haushaltsjahr 2009 von den rund zwei Millionen VS-Mitteln nur etwas über eine Million für Vertretungsunterricht verwendet worden. 2010 habe dieser Betrag sogar noch unter einer Million gelegen, sagt Erhard Rupprecht, stellvertretender Leiter des Schulamtes. Er weist darauf hin, dass Schulen in diesem Jahr die Möglichkeit haben, das sogenannte „kleine Budget“ zu beantragen. Damit hätten sie die Möglichkeit, andere Haushaltstitel anzuzapfen, wenn das zugewiesene Geld für Vertretungsstunden nicht ausreicht. „Das ist der erste Schritt zur selbstständigen Schule“, sagt Rupprecht.

Elternbeiräte sehen das allerdings anders. Für den Umbau der Schullandschaft seien höhere Investitionen als in der Vergangenheit nötig. Und der Arbeitskreis der Gesamtschuldirektoren meint in einem Entwurf für ein Protestschreiben, es sei widersinnig, wenn mit der Einführung des kleinen Budgets die Kürzung des Haushaltstitels „Verlässliche Schule“ verbunden ist.

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Von Gerd Henke

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