Geld wie aus dem Märchen

Aschenputteltaler: Kasseler Künstlerin hat ihre eigene Währung erschaffen

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Eine eigene Währung war ihr Traum: Die Künstlerin Gayala Ricoletti will eine limitierte Auflage von 10.000 Aschenputteltalern produzieren.

Kassel. Es ist wichtig, seine Träume zu realisieren, sagt Gayala Ricoletti, eine Künstlerin aus Kassel. Und das hat sie jetzt auch getan: Sie hat ihre eigene Währung erschaffen, die Aschenputteltaler.

Dass die Taler nach genau dieser Märchenfigur benannt sind, hat ganz persönliche Gründe. „Ich hatte immer das Gefühl, dass ich Aschenputtel bin“, erzählt Ricoletti. In ihrer Kindheit habe sie immer viel im Haushalt geholfen und nicht viel Wertschätzung erhalten. Einen anderen Blick auf die Figur habe sie dann Anfang des Jahres durch einen Fernsehbericht bekommen, in dem hervorgehoben wurde, dass Aschenputtel nie aufgehört habe, an sich zu glauben. „Und das hat auch zu mir gepasst, ich habe immer weitergemacht im Leben, egal, was passiert ist.“ Somit sei sie noch immer Aschenputtel, eine Verbindung, der sie auch eine ganze Ausstellung widmen will.

Dort sollen auch die Taler gezeigt werden. Zwei Mal zwei Zentimeter sind sie groß, hergestellt werden sie aus Terracotta-Ton. Nachdem sie gebrannt werden, vergoldet Gayala Ricolatti sie mit 24 Karat Blattgold und versiegelt sie abschließend mit einem Lack. 10.000 Stück möchte sie herstellen, die Auflage soll auch limitiert bleiben. Ihren Wert erhalten die Taler nur in Verbindung mit einem Zertifikat mit der Unterschrift und einem Fingerabdruck der Künstlerin, die so Fälschungen vermeiden möchte.

Die Taler durchlaufen drei Stufen: Erst werden sie aus Ton geformt, dann gebrannt und dann mit Gold überzogen. Foto: Brinkhoff

Bisher kostet ein Aschenputteltaler 25 Euro, dazu kommen noch Versandkosten und die Mehrwertsteuer. Doch es sei wahrscheinlich, dass der Wert noch steigt, wenn Interessenten die Taler teurer im Rahmen von Ausstellungen oder ähnlichem kaufen.

Diesen Wertschöpfungsprozess möchte ich durch meine neue Währung den Menschen ins Bewusstsein rufen“, sagt die Künstlerin. Denn dass Aschenputtel ihr eigenes Geld bekommt, hängt auch mit dem lang gehegten Traum der 54-Jährigen zusammen, ihr eigenes Geld zu erschaffen. Außerdem setzt sie sich seit 15 Jahren mit dem Währungs- und Finanzsystem auseinander, das sie durchaus kritisch sieht. Zu viele Menschen hätten keinen Zugang zu Bankkonten. Eine Lösung sind für sie Bitcoins. Dabei handelt es sich um eine digitale Währung, bei der sich der Handel ganz ohne Banken abwickeln lässt.

Bei der Aschenputtel-Ausstellung soll sich alles um die Märchenfigur drehen. Dazu gehören Gedichte, die Ricoletti selbst geschrieben hat, Bilder und viele Skulpturen. Bei der Recherche bekam sie Unterstützung der Brüder-Grimm-Gesellschaft. „Die Ausstellung wird sich um die Themen Selbstwert und ein glückliches Leben drehen“, erklärt sie. Und damit auch um ihre eigene Lebensgeschichte.

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