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Rasant, laut, witzig: Die Ärzte begeisterten 20.000 im Kasseler Auestadion

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Bela B von den Aerzten bei deren Auftritt im Kasseler Auestadion.
Am Schlagzeug: Bela B von den Ärzten bei deren Auftritt im Kasseler Auestadion. © Andreas Fischer

Die Ärzte nennen sich selbst die beste Band der Welt. Am Samstag strömten rund 20.000 Besucher zum Konzert der Punkrocker ins Kasseler Auestadion.

Kassel – Das Wetter war großartig, die Stimmung der Besucher ebenfalls und so ölten manche schon vorher ihre Stimmbänder: „Wir wollen die Ärzte sehen, wir wollen die Ärzte sehen.“ Auch die waren bestens gelaunt, strahlten mit der Sonne um die Wette und freuten sich: „Endlich wieder Live-Konzerte.“

Es wurde ein langer Abend. Fast drei Stunden spielten sich die Ärzte durch ihre Geschichte, servierten aber auch Stücke neueren Datums. Zuvor hatten die Bands Kafvka und Donots mächtig eingeheizt, bekamen viel Beifall. Die Ärzte eröffneten mit „Himmelblau“: „Yeah, yeah, ein gutes Gefühl“ heißt es da, und das übertrug sich sofort auf die Besucher. Punkrasant das nächste Stück: „Zeit für etwas Neues.“

Die Ärzte live in Kassel: „Wir sind die Besten, ihr könnt uns testen“

Die Leadstimme kommt von Bela B, der im Verlauf des Abends auch als Sprücheklopfer („Kassel, home of rock and rocks“) und Entertainer in den Fokus rückte. Einen schwarz-weißen Anzug trägt er, die Frisur ist ebenfalls unterteilt in Schwarz und Weiß. Rockig geht es weiter: „Wir sind die Besten, ihr könnt uns testen“, singt Farin Urlaub.

Zusammen mit den Toten Hosen zählt die Berliner Band zu Deutschlands erfolgreichsten Punkrockern. Wie diese steht sie seit vier Jahrzehnten auf der Bühne, seit 1993 mit Jan Vetter alias Farin Urlaub, Dirk Felsenheimer alias Bela B. und Rodrigo Gonzalez.

Die Stimmung steigt mit jedem Stück. Wer nicht direkt vor der Bühne steht, kann die Musiker auf Großbildleinwand verfolgen, auch ihre Späße. Auf der Leinwand erscheinen sie oft dreifach überzeichnet. Einblendungen gibt es auch. So bei dem Stück „Doof“, bei dem der Begriff auf der Stirn von Bela B. aufleuchtet. Auch Farin Urlaub richtet sich gern und oft ans Publikum: Wollt ihr La Ola machen?“ Als keine Reaktion kommt, schnöselt er: „Ach, die feine Gesellschaft will wohl nicht.“ Die Leute lachen, dann folgen sie Farin, der dirigiert: „Rechter Arm hoch, linker Arm hoch“. Schelmisch bekennt er: „Ich wollte das einfach mal sehen.“

Kassel: Publikum begeistert von den Ärzten

Ausgelassen geht es weiter. Eine Besucherin bekommt ein Geburtstagsständchen. Viele Späße folgen: „Ich widme das Stück meinem glutäugigen Freund Gonzalez“, witzelt Bela B. „Mein kleiner Liebling“ folgt.

Immer wieder wird das Publikum erfolgreich zum Mitsingen animiert oder soll den Scheibenwischer machen. So auch bei „Meine Freunde“. Einen Abstecher zur Neuen Deutschen Welle machen die drei mit dem Song „Elektrobier“, zurück zu ihren Wurzeln geht es mit dem Ohrwurm „Lasse redn“.

Das Publikum ist begeistert, hat nach zweieinhalb Stunden noch nicht genug. Dem großen Schlussapplaus folgt ein fast 30-minütiger Zugabenblock. Mit dabei: gute alte Bekannte wie „ Junge“, „Zu spät“ oder „Rebell“. (Steve Kuberczyk-Stein)

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