Kulturelles Zentrum der Stadt

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Monumentaler Bau des Neoklassizismus: Das Kongress Palais Kassel hat sich in den letzten Jahren zu einem starken Kongresszentrum in Deutschland entwickelt. Foto: Kassel Marketing

Mit dem Beschluss zum Bau der Stadthalle Kassel durch die Stadtverordnetenversammlung im Juli 1911 wurde der Grundstein für die Entwicklung Kassels zu einer weltoffenen Kongressstadt gelegt.

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PDF der Sonderseite 100 Jahre Kongress Palais Stadthalle Kassel

Dank der Initiative des deutsch-jüdischen Industriellen Sigmund Aschrott, der der Stadt den im Vorderen Westen gelegenen Florapark als Bauplatz schenkte, wurde dem Bedürfnis der Kasseler Bürger nach einer modernen und geräumigen Versammlungsstätte als kulturelles Zentrum schließlich nachgekommen. Zwischen den Jahren 1911 und 1914 wurde das „Stadthallenprojekt“ nach einem prämierten Entwurf der Architekten Ernst Rothe und Max Hummel als monumentaler Bau des Neoklassizismus realisiert. Nach ihrer erstmaligen Nutzung anlässlich der Tausendjahrfeier der Stadt Kassel im September 1913 wurde die Stadthalle Kassel am 1. April 1914 offiziell eingeweiht.

Während zur Zeit des Zweiten Weltkrieges insbesondere die Kasseler Innenstadt weitestgehend zerstört wurde, blieb die Stadthalle von größeren Schäden verschont. Lediglich die Eingangshalle wurde von einer Brandbombe getroffen, an die ein bräunlicher Fleck im Hallenboden erinnert. Aufgrund der schweren Beschädigung des Kasseler Staatstheaters durch Luftangriffe in der Bombennacht vom 22. Oktober 1943, fungierte die Stadthalle Kassel in der Nachkriegszeit als dessen Provisorium. Bis zur Fertigstellung des Baus des neuen Theaters im Jahre 1959 fand der Theaterbetrieb in der Stadthalle statt.

Modernisierung

Im Jahr 1949 wurde die Eingangshalle der Stadthalle wieder aufgebaut und der Altbau in den 1990er-Jahren unter den Auflagen des Denkmalschutzes durch das Architekturbüro HHS Planer + Architekten AG nahezu komplett entkernt und modernisiert. Die an die Stadthalle angrenzenden öffentlichen Grünanlagen „Stadthallengarten“ und „Rosengarten“ blieben erhalten und werteten das Stadtquartier auf. Des Weiteren wurde die 80 Jahre alte Gebäude- und Bühnentechnik ebenfalls vollständig erneuert. Im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen wurde das Ramada Hotel Kassel City Centre, auch Stadthallenhotel genannt, in direkter Anbindung an die Stadthalle, erbaut. Die letzte größere bauliche Veränderung fand in den Jahren 2010 bis 2011 mit dem Anbau des Kolonnadenflügels statt. Der vom Architekten Professor Alexander Reichel entworfene Anbau fügt sich nicht nur optisch hervorragend ein, auch räumlich wurde die Stadthalle ideal erweitert.

Der Kolonnadenflügel steht in direkter Anbindung zum bestehenden Gebäude und erstreckt sich über zwei Ebenen mit insgesamt 2900 Quadratmetern. Beide Ebenen sowie der eigene Eingang durch die Breitscheidtstraße sind barrierefrei. Die 1000 Quadratmeter große Fläche im Erdgeschoss kann bei Bedarf in bis zu sechs kleinere Räume unterteilt werden und bietet so eine optimale, individuelle Raumnutzung. Die Veranstaltungsfläche der Stadthalle beträgt somit nunmehr 8000 Quadratmeter. „Nicht nur die baulichen Maßnahmen haben zur Aufwertung der Stadthalle als Tagungszentrum beigetragen. Als Geschäftsbereich der Kassel Marketing wird die Stadthalle aktiv als Kongress Palais regional, national und international vermarktet und ist damit in heutiger Zeit weit mehr als ein kulturelles Zentrum für die Bürger der Stadt Kassel – anders als zunächst von Sigmund Aschrott gedacht“, erklärt Stadtkämmerer Dr. Jürgen Barthel, gleichzeitig auch Vorsitzender des Aufsichtsrates von Kassel Marketing.

„Das Kongress Palais Kassel hat sich in den letzten Jahren zu einem starken Kongresszentrum in Deutschland entwickelt und zählt längst zu den schönsten Veranstaltungshäusern Europas“, ergänzt Angelika Hüppe, die Geschäftsführerin von Kassel Marketing nicht ohne Stolz.

Diese Maßnahmen spiegeln eine deutlich erkennbare Imagewandlung und Neuausrichtung des Kongress Palais Kassel wider: Das historische Gemäuer wurde in den letzten Jahren um neue, trendsetzende Anbauten ergänzt, hin zu einem großen, flexiblen und zukunftsweisenden Veranstaltungshaus in der Mitte Deutschlands, welches sich neben einer einzigartigen Atmosphäre durch hohe Professionalität und erstklassige Qualität für die Durchführung hochwertiger Veranstaltungen auszeichnet.

Leistungsfähige Veranstaltungstechnik

Auch die Ausstattung sämtlicher Räumlichkeiten mit neuer, leistungsfähiger Veranstaltungstechnik und IT-Netzwerktechnik wird höchsten Ansprüchen gerecht und bringt nicht zuletzt die technische Innovationskraft des Kongress Palais zum Ausdruck. „Die technischen Anforderungen für Tagungen, Kongresse, Konzerte und Shows bis hin zu aufwändig ausgestatteten Firmenveranstaltungen sind anspruchsvoll und komplex. Insbesondere der historische Gebäudeteil erfordert für die Umsetzung viel Fingerspitzengefühl und technisches Knowhow. Häufig sind absolute Spezialisten für die Realisierung erforderlich. Ein Beispiel ist die derzeitige Erweiterung der Bühnentechnik, um zukünftig auch bundesweite Topveranstaltungen realisieren zu können“, so Peter Ley, Geschäftsführer der Tagungszentrum Stadthalle Kassel, die für das Gebäudemanagement verantwortlich zeichnet. Eine Entwicklung, die nicht nur viele Veranstalter begrüßen werden, sondern auch das Kasseler Publikum, das sich zukünftig auf ein noch vielfältigeres und hochwertiges Programm im Kongress Palais freuen kann.

Ressourcenschonend

Ebenso wichtig für die weitere Entwicklung der Tagungsdestination Kassel und insbesondere des Kongress Palais Kassel ist deren Positionierung im Rahmen von „Green Meetings.“ Als erstes Tagungszentrum in Deutschland, welches mit einer der weltweit führenden Umweltmarken, dem Green Globe, zertifiziert wurde, präsentiert sich das Kongress Palais nicht nur zukunftsweisend, sondern bietet auch eine effektive und ressourcenschonende Durchführung von Veranstaltungen. Neben dem Kongress Palais soll in Zukunft auch in den verschiedenen Locations der documenta-Stadt Kassel die Möglichkeit bestehen, „Green Meetings“ durchzuführen. So nimmt das Kongress Palais nicht nur eine Vorreiterrolle ein, sondern reagiert zusammen mit der Tagungs- und Kongressdestination Kassel auf das wachsende Bedürfnis der Kunden, nachhaltig tagen zu können – und das gleich doppelt grün am Fuße des Bergparks Wilhelmshöhe.

Stadtgestalterischer Glanzpunkt

Oberbürgermeister Bertram Hilgen würdigt das 100-jährige Kongress Palais als einen stadtgestalterischen Glanzpunkt in der Kunst- und Kulturstadt Kassel und freut sich über dessen erfolgreiche Vermarktung, die maßgeblich dazu beiträgt, dass der Tagungs- und Kongressstandort Kassel an Qualität und Attraktivität gewonnen hat.“ „Die Stadthalle Kassel hat nicht nur eine bewegte Geschichte hinter sich, sondern blickt mit ihrer hochmodernen Ausstattung auch einer großartigen Zukunft entgegen. In der Mitte Deutschlands ist und bleibt die documenta-Stadt eine der ersten Adressen für Veranstaltungen, Tagungen und Kongresse bundesweit.“ (nh)

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