Open-Air-Veranstaltungen

Kasseler Kulturzelt diesmal im Freien

Die Hessenkampfbahn in Kassel.
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Die Konzerte des Kasseler Kulturzeltes finden in diesem Jahr im Freien auf der Hessenkampfbahn statt. (Archivbild)

Corona schränkt die Kultur ein? In Kassel hat man sich Alternativen zu den Traditionen wie dem Kulturzelt überlegt. Vieles findet im Freien statt.

Kassel - Konzerte im Kulturzelt an der Drahtbrücke wird es auch in diesem Jahr wegen der allgemeinen Corona-Lage nicht geben, allerdings steht Ersatz bereit. Die Betreiber des Kulturzelts verlegen die Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen in diesem Jahr nämlich ins Freie.

Beim Kasseler Kulturzelt sind für die Sommerferien 30 kulturelle Auftritte auf einer Bühne geplant, die auf der Hessenkampfbahn aufgestellt wird – also in unmittelbarer Nähe des gewohnten Kulturzelt-Standorts.e Open-Air-Reihe wird sich Hessenkulturbahn nennen. Zu Beginn am 16. Juli wird die Band Die Höchste Eisenbahn auftreten. Als weitere Künstler stehen bereits Tocotronic, das Edgar Knecht Trio mit Frederik Köster, Robot Koch, Mia, Les Yeux D‘La Tête, Anna Depenbusch und der Autor Max Goldt fest.

Konzerte schon um 18 Uhr

„Wir haben lange gewartet, jetzt freuen wir uns, dass endlich wieder Konzerte stattfinden können – wenn auch anders als gewohnt“, sagt Lutz Reimer, einer der Geschäftsführer von Kulturzelt-Betreiber Zeltkultur. Die Konzerte werden dabei jeweils schon um 18 Uhr beginnen und bis spätestens 20 Uhr dauern. Das hat auch mit gesetzlichen Bestimmungen zu tun – und mit der Rücksicht auf die Nachbarschaft in der Unterneustadt. Die Bühne wird daher auch in Richtung Innenstadt aufgebaut sein.

Zu den Veranstaltungen sind jeweils 200 Menschen zugelassen, die über verschiedene Eingänge den Innenraum der Hessenkampfbahn erreichen sollen. Dort wird genügend Platz sein für die Besucher, um sich dort einzurichten. Zeltkultur spricht in diesem Zusammenhang auch von Picknick-Veranstaltungen. „Es wird auch möglich sein, etwas mitzubringen“, sagt Mathias Jakob, ebenfalls Geschäftsführer von Zeltkultur. Details müssten hier noch geklärt werden.

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Getränke gibt es im Innenbereich

Getränke stehen im Innenbereich zum Verkauf. Bei den Veranstaltungen soll es auch Experimente geben, so sind zum Beispiel Kopfhörerkonzerte vorgesehen. Auch andere Ereignisse wie der Auftakt des HNA-Yogasommers am 4. Juli sollen in das Programm integriert werden.

Bernhard Weiß, der sich bei Zeltkultur um die Kommunikation und die Sponsoren kümmert, spricht von einem Gefühlskarussell in den vergangenen Wochen. Letztlich sind nun aber alle dabei: die Stadt, die Sponsoren mit Hauptsponsor Wintershall Dea an der Spitze und andere Kulturtreibende wie das Kulturzentrum Schlachthof, das Theaterstübchen und der Club Unten. Alle Informationen zu den Corona-Fallzahlen in der Region Kassel gibt es im Ticker. (Florian Hagemann)

Vorverkauf für die Hessenkulturbahn

Die Hessenkampfbahn ist eine klassische Sportanlage, hier wird zum Beispiel auch das Sportabzeichen abgenommen. Auch Schulsport findet hier statt. Deshalb kamen Kulturzeltveranstaltungen außerhalb der Sommerferien nicht infrage. Alles rund um die einzelnen Veranstaltungen und den Kartenverkauf für die Hessenkulturbahn finden Sie unter kulturzeltinsfreie.de. Der Verkauf ist diesmal nur digital möglich, um so die Nachverfolgung zu gewährleisten. (hag/amm)

Diese Künstler stehen in den Startlöchern

Von den etwa 30 geplanten Veranstaltungen waren sieben bis gestern bekannt – weitere werden nach und nach verkündet.

Start, 16. Juli, Die Höchste Eisenbahn: Zum Auftakt darf sich das Publikum auf die Hamburger Band Die Höchste Eisenbahn freuen. Das Projekt um die beiden Musiker Moritz Krämer und Francesco Wilking, mit Felix Weigt und Max Schröder, 2011 auf die Welle der deutschen Singer/Songwriter aufgesetzt, behält bis heute einen guten Kurs bei. Mit popiger Lyrik oder lyrischem Pop – die Texte haben etwas zu sagen, die Musik bringt sie rüber.

22. Juli, Tocotronic: Sie sind eine Institution des Diskurs-Pop und gehören zu den wichtigsten Bands Deutschlands: Tocotronic. 1993 gründeten die drei Studenten Dirk von Lowtzow (Gesang, Gitarre), Jan Müller (Bass) und Arne Zank (Schlagzeug) die Band – Rick McPhail übernahm das Keyboard. Bis heute haben sie sich immer wieder neu erfunden und sind in den Charts vertreten.

25. Juli, Edgar Knecht Trio meets Frederik Köster: Jazz und Weltmusik mit klassischen Kompositionstechniken zu verbinden hat dem Edgar Knecht Trio weltweit Beachtung eingebracht. Frederik Köster gilt als einer der führenden deutschen Trompetenvirtuosen und ist mehrfach ausgezeichnet worden.

1. August, Max Goldt: Der in Göttingen geborene Autor und Musiker ist Teil des Comicduos Katz & Goldt und bekannt als Kolumnist der Titanic. 1997 wurde er mit dem Kasseler Litearturpreis ausgezeichnet, in der Jurybegründung hieß es: „Mit irrlichtender Komik und Detailfreude filtert Max Goldt die absurden Alltäglichkeiten aus unserer spätmodernen Alltagswelt aus“.

6. August, Robot Koch: Für den in Los Angeles wohnenden Musiker ist Kassel ein Heimspiel. Über Kopfhörer können die Konzertbesucher den orchestralen Ambientesound erleben – vielen ist die Musik aus den Soundtracks der Serie „Dark“ und „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ bekannt.

7. August MIA: Allgemein wird die Band MIA mit Leadsängerin Mieze Katz zum Elektropop gezählt. Doch die Berliner Gruppe lotet immer wieder nheue Wege aus – mal poppiger, mal ruhiger. Mit dem neuesten Album „Limbo“ seien sie wieder bei sich angekommen, meint die Band.

8. August, Les Yuex d’la Téte: Die sechs Jungs aus Frankreich feiern auf der Bühne das Leben und die Musik. Sechs versierte Musiker an Schlagzeug, Bass Saxofon, Akkordeon, Trompete und Gitarre warten mit einer Mischung aus Chanson, Gipsy-Swing, Punk- und Ska auf. (Kirsten Ammermüller)

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