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Kulturzelt Kassel: Auftakt mit vielen Gästen und Bekenntnis zu Vielfalt

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Von: Axel Schwarz

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Das hat zwei Jahre lang gefehlt: Der magisch leuchtende Konzertbau und der Biergarten an der Drahtbrücke waren Anziehungspunkt für einige Hundert Besucher beim Auftakt der Kulturzelt-Saison.
Das hat zwei Jahre lang gefehlt: Der magisch leuchtende Konzertbau und der Biergarten an der Drahtbrücke waren Anziehungspunkt für einige Hundert Besucher beim Auftakt der Kulturzelt-Saison. © Pia Malmus

Der sommerlicher Konzertreigen an der Drahtbrücke ist eröffnet: Im temporären Veranstaltungsbau des Kulturzelts Kassel stehen bis Ende August noch 41 Konzerttermine auf dem Plan.

Kassel – Dieser kulturelle Fixpunkt hat Kassel gutgetan in turbulenten Tagen: Wieder am angestammten Ort an der Drahtbrücke nach zwei Jahren pandemiebedingter Zäsur feierten am Samstag einige Hundert Menschen den Auftakt der Kulturzelt-Saison, erlebten das erste Konzert mit Deutschpop-Sängerin Antje Schomaker oder genossen einfach die laue Sommernacht im Biergarten rund um den temporären Konzertbau.

Mit dabei auch sehr viele bekannter Gesichter aus Kulturszene, Politik, Wirtschaft und Gesellschaftsleben, die vom glücklichen Organisatoren-Quartett Jürgen Truß, Mathias Jakob, Bernhard Weiß und Lutz Reimer willkommen geheißen wurden – und von der Demokratie-Initiative „Offen für Vielfalt“. Die fungierte beim Eröffnungsabend als Co-Gastgeberin und wird auch mehrere der 41 Konzerte präsentieren, die bis Ende August geboten werden. „Wir sind glücklich, dass uns das Kulturzelt die große Bühne bietet“, sagte Initiativen-Sprecherin Dagmar Krauße: „Im documenta-Sommer wollen wir zeigen, wie weltoffen und vielfältig Kassel ist.“

Gastgeber beim Eröffnungsabend: von links Jürgen Truß, Maximilian Zindel („Offen für Vielfalt“), Mathias Jakob, Dagmar Krauße („Offen für Vielfalt“), Lutz Reimer und Bernhard Weiß.
Gastgeber beim Eröffnungsabend: von links Jürgen Truß, Maximilian Zindel („Offen für Vielfalt“), Mathias Jakob, Dagmar Krauße („Offen für Vielfalt“), Lutz Reimer und Bernhard Weiß. © Malmus, Pia

Die documenta, genauer: der Antisemitismus-Skandal um die Weltkunstschau, stand freilich als Elefant im Raum des Biergartens bei allen Publikumsgesprächen. Da bezeichnete es Kassels Kulturdezernentin Susanne Völker in ihren Grußworten als „eine der wichtigsten Botschaften dieser Tage“, dass die Kooperation von Kulturzelt und „Offen für Vielfalt“ zum rechten Zeitpunkt so viele kulturaffine Menschen zum konstruktiven Dialog zusammenbringe. „Die Kultur in Kassel hält zusammen“, befand Völker; das sei eine besondere Stärke dieser Stadt.

Der große Zuspruch aus allen Teilen der Stadtgesellschaft bewies, dass der Kulturzelt-Start für viele eine echte Herzenssache ist – und dass es für ein illustres Publikum nicht zwingend der vom Sponsor Wintershall Dea in der Vergangenheit ausgerichteten Ehrengäste-Partys bedarf. Der Konzern bleibt weiterhin maßgeblicher Förderer der sommerlichen Konzertreihe, war diesmal aber ins Glied mit allen anderen Geldgebern zurückgetreten und hatte „Offen für Vielfalt“ die Bühne überlassen. Einmal ohne Gastgeberverpflichtungen konnte Wintershall-Dea-Chef Mario Mehren die Musik und den Sommerabend genießen.

Es hatte etwas für sich, dass sich diesmal nach dem Konzert keine Ehrengäste in eine VIP-Zone separierten, sondern alle Kulturzeltfans in großer Runde beieinanderblieben. Da gab es auch abseits der documenta-Debatte spannende Neuigkeiten zu erfahren: Als frisch vermählte Ehemänner nahmen der SPD-Bundestagsabgeordnete Timon Gremmels und sein aus Chile stammender Partner Ricardo Figueroa viele Glückwünsche entgegen. Vor drei Jahren in Spanien funkte es, Anfang Juni nun haben die beiden in Berlin geheiratet. (Axel Schwarz)

Alle Infos zu Konzertterminen und Tickets im Kulturzelt Kassel gibt es hier.

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