Von Jake Bugg über Till Brönner bis Tocotronic

Kulturzelt Kassel 2018: Das beste Programm seit langem

+
Drei von vielen tollen Musikerin in dieser Kulturzelt-Saison: Die südafrikanische Singer/Songwriterin Alice Phoebe Lou könnte das nächste ganz große Ding werden, Liedermacher Gisbert zu Knyphausen ist seit Jahren Kritikerliebling, und das HipHop-Trio Deine Freunde ist die beliebteste Kinder-Band für Erwachsene.

Indierock-Helden wie Slowdive, Pop-Stars wie Olli Schulz, Jazz-Legenden wie Nils Landgren und aufregende Wunderkinder: Das Kulturzelt Kassel ist 2018 attraktiver denn je. Die Vorschau.

Gäbe es eine Dauerkarte für die neue Saison im Kasseler Kulturzelt, müsste man sofort zugreifen. So viele tolle Künstler gab es an der Drahtbrücke vielleicht noch nie zu bewundern und entdecken. Den Auftakt am 12. Juli bestreitet die Hamburger Techno-Blaskapelle Meute, bis zum Abschluss mit den 17 Hippies am 25. August folgen weitere 32 Konzertabende. Tickets gibt es unter anderem beim HNA-Kartenservice. Wir stellen alle Acts vor und haben unsere Lieblingssongs in eine Spotify-Playlist gepackt.

12. Juli: Meute 

Die elfköpfige Blaskapelle aus Hamburg spielt Techno, wie man ihn noch nicht gehört hat. Mit Tuba, Posaune, Trompeten, Saxofonen, Marimba und drei Schlagzeugern coverten die Hanseaten schon im Vorprogramm von AnnenMayKantereit und bei "Inas Nacht" House-Klassiker wie "Rej". Das könnte der coolste Eröffnungsabend seit langem werden.

Karten: 24 Euro Vorverkauf  / 27 Euro (Abendkasse)

13. Juli: Joachim Kühn New Trio 

Der aus Leipzig stammende Pianist hat den deutschen Jazz vielleicht mehr geprägt als alle anderen. Auch mit 74 glänzt er mit ungebremster Spielfreude und viel Soul.

28/31 Euro

14. Juli: Slowdive 

Wenn Bands nach Jahren wieder aus der Versenkung auftauchen, endet das meist in großer Enttäuschung. Slowdive schafften dagegen ein kleines Wunder. Schon in den 90ern machten die Briten schwelgerischen Dream Pop. Das Genre hieß Shoegaze, weil die Gitarristen stets nach unten auf ihre Effektgeräte starrten. Voriges Jahr erschien das erste Slowdive-Album seit 1995. Und es war vielleicht das Beste ihrer Karriere. Live ist das Quintett laut Kritikern eine Wucht. Der Abend im Kulturzelt dürfte ein Traum werden.

29/32 Euro 

17. Juli: Shout Out Louds

Früher klang der Indiepop der Schweden ein bisschen wie The Cure. Der zwischen Euphorie und Melancholie wechselnde Gesang von Adam Olenius erinnert immer noch an Robert Smith, aber die Songs sind mit jubilierenden Percussion-Einlagen und tollen Streicher-Arrangements nun fast so eingängig wie die Musik ihrer Landsmänner und -frauen von den Cardigans und Abba.

24/27 Euro

18. Juli: Kensington

Die Niederlande sind ein Phänomen. Das kleine Land am Meer hat unzählige herausragende Fußballer herausgebracht, aber eine große Rockband außer Golden Earring fällt einem beim besten Willen nicht ein. Das Quartett aus Utrecht ist auf dem besten Weg, das zu ändern. Und man kommt nicht drumherum, sie die holländischen Coldplay zu nennen.

24/27 Euro

19. Juli: Bosse

Der aus der Nähe von Braunschweig stammende Musiker gestand unserer Zeitung einst: „Ich bin wie ein Koch, der zwei gute Gerichte kann, aber nicht mehr.“ Doch die beiden Gerichte schmecken ziemlich gut. Seinen krachigen Indierock hat Bosse im Lauf der Zeit zu schwelgerischem Singer-Songwriter-Pop weiterentwickelt. Vor allem live überzeugt der Malocher mit Gefühl.

30/33 Euro

20. Juli: Olli Schulz

Der Wahl-Berliner hat ein Herz für Kassel. In seinem frühen Hit "Mach den Bibo" hieß es: „New York, Rio, Kassel, Athen, / das hier ist ein Tanz, den können selbst Asseln versteh'n." Mittlerweile ist Schulz nicht nur Singer/Songwriter, sondern auch TV-Komiker und Podcast-Plauderer mit seinem Kumpel Jan Böhmermann. Es mag blöd klingen, aber noch besser als seine Lieder sind seine Ansagen zwischendurch. Vielleicht heißt sein neues Album auch deshalb „Scheiß Leben, gut erzählt“.

30/33 Euro

21. Juli: Carminho

Schon der richtige Name der Portugiesin klingt wie Musik. Maria do Carmo de Carvalho Rebelo de Andrade ist die Tochter der Fado-Sängerin Teresa Siqueira und des Musikers Nuno Maria Bello Rebelo de Andrade. In ihrer Heimat wird die 33-Jährige schon seit einiger Zeit als Star der vielleicht melancholischsten Musikrichtung überhaupt gefeiert. Carminho sagt jedoch: "Fado ist viel bedeutender als ich und alle anderen Fado-Sängerinnen und Sänger es je sein werden. Fado ist so gigantisch wie das Meer."

26/29 Euro

24. Juli: Alice Phoebe Lou

Berlin-Touristen werden die Südafrikanerin womöglich schon am Hackeschen Markt bewundert haben, wo sie gelegentlich als Straßenmusikerin auftrat.  Mittlerweile ist die Tochter zweier Dokumentarfilmer ein Liebling der Kritiker, die nicht nur ihren jazzigen Singer/Songwriter-Folk feiern, sondern auch die Tatsache, dass Lou ein Angebot ausschlug, im Vorprogramm von Coldplay aufzutreten. Sie weht sich gegen die Kommerzialisierung ihrer Musik.

24/27 Euro

25. Juli: Tom Walker

Nun hat auch Schottland seinen Ed Sheeran. Wie der Engländer ist auch Tom Walker ein Rotschopf mit einer beeindruckenden Stimme. Sein Hit „Leave A Light On“ ist ein Riesen-Song mit ebenso viel Gefühl wie Power und wurde bei Spotify schon mehr als 40 Millionen Mal abgerufen. 

24/27 Euro

26. Juli: Tocotronic

Vor 25 Jahren begannen die Hamburger in ihren Trainingsjacken mit Schrammel-Rock als eine Art deutsche Nirvana. Heute gilt das Quartett völlig zu recht als einflussreichste deutsche Rockband. Auf dem im Januar erschienenen Album "Die Unendlichkeit" singt Frontmann Dirk von Lowtzow zu New Wave, Indierock und Folk so berührend vom Aufwachsen in der Provinz, von der ersten Liebe, der Einsamkeit in der Großstadt und dem Tod, dass selbst Tocotronic-Verächter die Band zu lieben beginnen.

27/30 Euro

28. Juli: Tented Love Festival

Milky Chance sind immer noch das Pop-Aushängeschild Kassels. Aber Nordhessen hat noch viel mehr zu bieten. An diesem Abend treten Mykket Morton, Mohr, Ma Fleur und Paulina Eisenberg auf. Die vier Acts beweisen, wie vielseitig die heimische Musikszene geworden ist.

18/21 Euro

29. Juli: Till Brönner und Dieter Ilg

Für den Trompeter und den Kontrabassisten reichen die gängigen Schubladen wie Jazz, Pop, Soul und Klassik nicht aus. Auf ihrem ersten gemeinsamen Album „Nightfall“ schaffen sie es, Musikstile aus verschiedenen Jahrhunderten ganz selbstverständlich  nebeneinander klingen und wirken zu lassen. Musik für Herz, Hirn und Fantasie.

28/31 Euro

31. Juli: Dub FX

Benjamin Stanford ist sein eigenes Orchester. Der australische Beatboxer rappt und singt und macht mit seinem Mikro die abgefahrensten Geräusche. Sein Mix aus Reggae, HipHop, Drum'n'Bass und Dub funktioniert längst nicht nur bei seinen Auftritten als Straßenmusiker, sondern auch auf den ganz großen Festival-Bühnen. Seine Verlobte hat der Weitgereiste einst in Manchester kennengelernt. Mittlerweile tritt sie unter dem Künstlernamen Flower Fairy auch mit ihm auf. 

23/26 Euro

1. August: Fink

Nach dem Kulturzelt-Auftritt des britischen Singer-Songwriters vor vier Jahren war unser Kritiker so begeistert, dass er schrieb: "Finks Songs haben oftmals einen grandiosen Flow, einen musikalischen Fluss, der eine enorme Sogkraft entwickelt. Man taucht ein, wird unaufdringlich mitgerissen oder begibt sich auf eine Pilgerreise." Die Rückkehr des Wahl-Berliners an die Drahtbrücke sollte man nicht verpassen. 

28/31 Euro

2. August: Nightmares on Wax

Als George Evelyn und Kevin Harper 1990 anfingen, elektronische Musik mit viel Soul zu ultralangsamen HipHop-Beats zu machen, gab es noch keinen Namen für den neuen Stil. Mittlerweile gelten die Briten als Downbeat-Pioniere. Auch wenn die großen Erfolge von Nightmares on Wax schon eine Weile zurückliegen, funktioniert ihr lässiger Mix aus Clubs-Sounds immer noch perfekt.

24/27 Euro

3. August: Moop Mama

Wie Meute, die das Festival diese Saison eröffnen, bringen auch die Bläser der Münchner Brass Band unterschiedlichste Genres zusammen. Mit ihrem Urban-Brass-Sound haben die Bayern schon bei den größten Festivals eingeheizt. Vor zwei Jahren radelten die Musiker bei einer Promotion-Tour für ihr neues Album sogar quer durchs Land. Nach Kassel werden sie jedoch voraussichtlich mit dem Tour-Bus anreisen.

27/30 Euro

4. August: Bukahara

Das Schöne am Kulturzelt ist, dass man nicht nur Stars und arrivierte Künstler erleben, sondern auch tolle Entdeckungen machen kann. So wie die Kölner Neofolk-Band. Drei Viertel des Quartetts haben Jazz an der Kölner Musikhochschule studiert. Nun verbinden sie Folk, arabische Elemente und Balkan-Sounds zu einem faszinierenden Multikulti-Mix.

22/25 Euro

5. August: Faber

Der Schweizer war die Entdeckung der vergangenen Kulturzelt-Saison. Seiner rauen und kräftigen Stimme konnte sich niemand entziehen. Einziger Wermutstropfen: Der Sohn des Liedermachers Pippo Pollina musste sich den Konzertabend mit Fil Bo Riva teilen. Diesen Sommer wird er das Kulturzelt ganz allein füllen. Wer dabei sein will, sollte sich mit dem Kartenkauf nicht zu viel Zeit lassen.

25/28 Euro 

7. August: Von Wegen Lisbeth

"Sushi", der erste Hit der Berliner Indiepop-Band, handelte von einer Lina, die ihr Essen ständig bei Facebook und auf Instagram postete. In den sozialen Netzwerken sind Von Wegen Lisbeth längst selbst erfolgreich, wie ihre mehr als 50.000 Facebook-Fans beweisen. Drei der fünf Musiker kennen sich bereits aus der Grundschule in Steglitz. Als in der siebten Klasse die Doppelstunde Sport bei Herrn Marquardt ausfiel, probten sie zum ersten Mal mit ihren Instrumenten. An denen wechseln sie sich bei Konzerten quasi fliegend ab. "Da ist mehr Bewegung als in einem Turnverein", versprechen Von Wegen Lisbeth

23/26 Euro

8. August: Jake Bugg

Zu Beginn des Jahrzehnts galt der Brite als die Zukunft des Pop, obwohl seine Musik von gestern war. Der junge Mann aus Nottingham war gerade 18 und plünderte famos die Gitarren-Pop-Geschichte von den Beatles bis zu Oasis. Sechs Jahre später ist der Hype um Jake Bugg längst vorbei, aber gute Songs schreibt er immer noch. Vielleicht kommen die allein mit Gitarre noch besser zur Geltung. In Kassel bringt er sein „Solo Acoustic“-Projekt auf die Bühne.

28/31 Euro

9. August: Fiva x JRBB

Als Fiva war Nina Sonnenberg Mitte der 90er-Jahre eine der ersten MCs im deutschsprachigen HipHop. Bis heute hat die Münchnerin mehr drauf als die meisten ihrer Kolleginnen. Als ehemalige Ballett-Elevin am Nationaltheater ihrer Heimatstadt kann sie tanzen. Als Poetry-Slammerin hat sie sich eine Aussprache antrainiert, die den richtigen Flow hat und klar und deutlich ist. Und nebenbei moderiert sie Theatersendungen auf 3Sat und Musikformate im Radio. Einer ihrer Hits heißt "Das Beste ist noch nicht vorbei". Vielleicht kommt das Beste erst noch - ihr Auftritt mit der Jazzrausch Bigband (JRBB) im Kulturzelt.

22/25 Euro

10. August: Gisbert zu Knyphausen

Als Olli Schulz vor drei Jahren im Kulturzelt spielte, kamen einige weibliche Fans nur, um seinen Bassisten zu bewundern. Damals zählte zu Knyphausen zur Live-Band von Schulz. Nun ist der Liedermacher, den manche für den besten hierzulande halten, endlich wieder selbst der Frontmann. Auch sein neues Album "Das Licht dieser Welt" steckt voller Melancholie und Weltschmerz, aber auch ganz viel Freude. Nicht verpassen.

22/25 Euro

11. August: Deine Freunde

Von dieser HipHop-Band können Kinder noch was lernen. „Wir sind die coolste Kinderband dieser Welt“, rappen Florian Sump (früher bei der Pop-Gruppe Echt), Markus Pauli und Lukas Nimscheck unter anderem. Man muss das nicht als Angeberei abtun, aber ein bisschen Selbstbewusstsein kann jedenfalls nicht schaden. Deine Freunde machen HipHop für Kinder, den auch die Eltern nicht doof finden. Beim Auftritt vor zwei Jahren im Kulturzelt bouncten jedenfalls Jung und Alt gemeinsam. 

15/18 Euro (bis 14 Jahre), 20/23 Euro (Erwachsene)

12. August: Kettcar

Der wichtigste deutsche Song 2017 stammt von der Hamburger Indiepop-Band. In "Sommer '89" erzählte Sänger Marcus Wiebusch eine deutsch-deutsche Fluchtgeschichte, die immer noch aktuell war. Auch der Rest des Albums "Ich vs. wir" war hochpolitisch und damit das lang erwartete Kontrastprogramm zum seichten Gefühlspop der Max Giesingers und Mark Forsters, der die Charts sonst bestimmt. Und die Melodien von Kettcar sind immer noch zum Arme-in-die-Luft-Werfen. 

29/32 Euro

15. August: Curtis Harding

Früher war der US-Musiker Background-Sänger in der Band von CeeLo Green, der für Gnarls Barkley den Riesenhit "Crazy" sang. So einen Erfolg wünscht man auch dem Retro-Soul des Solo-Künstlers Harding. Seine Stimme kann Schmachten und Verführen wie kaum eine zweite. Ganz neu klingt das nicht, wenn er verschiedenste Genres neu interpretiert, aber man muss auch nicht immer alles neu erfinden.

24/27 Euro

16. August: Candy Dulfer

Die niederländische Altsaxofonistin ist eine alte Bekannte im Kulturzelt. Schon 2002 gastierte sie an der Drahtbrücke. Beim vorerst letzten Auftritt vor zwei Jahren entzückte Dulfer nicht nur die Fans im ausverkauften Zelt, sondern auch unseren Kritiker, der die "tanzbare, unablässig pulsierende Musik,  zusammengemixt aus R’n’B, Soul, Funk, Pop und einer Prise Jazz" als "Entertainment auf hohem Niveau" lobte. Auch in dieser Saison wird es bei Dulfer wohl voll werden.

32/35 Euro

17. August: Kinga Glyk & Band

Nicht nur im Pop, sondern auch im Jazz gibt es die Stars aus dem Netz. Eine davon ist Kinga Glyk. Nachdem ein Fachmusik-Portal bei Facebook eines ihrer Video geteilt hatte, stand der Zähler schnell bei 20 Millionen Klicks. Seither gilt die 20 Jahre alte Polin als  "das neue Wunder am Jazzbass". Wer sich einmal ihre Version von Eric Claptons Hit "Tears in Heaven" anhört, wird zu Tränen gerührt sein. Hammer.

24/27 Euro

18. August: Kat Frankie

Eigentlich wollte die Australierin nur ein Jahr in Berlin bleiben und Möbel entwerfen. Doch dann gefiel es der ausgebildeten Designerin in der deutschen Hauptstadt so gut, dass sie blieb. Ihr Singer/Songwriter-Folk ist wie ein bequemer Sessel. Und er macht sogar glücklich. Als sie mit ihrem Duo Keøma 2016 beim deutschen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest antrat, sagte sie uns: "„Leute, die traurigere Lieder schreiben, sind happier, weil sie alles rauslassen können.“ Nebenbei schrieb sie mit Konstantin Gropper von Get Well Soon die Titelmelodie zur Anarcho-Talkshow "Schulz und Böhmermann". In Kassel stellt sie ihr neues  Album "Bad Behaviour" vor, das elektronischer klingt und den passenden Titel für eine Wahl-Berlinerin trägt, die jeden Tag auf notorisch schlecht gelaunte Einwohner trifft.

20/23 Euro

22. August: Mogli

Mit ihrem Freund, dem Dolumentarfilmer Felix Starck ist die Frankfurter Sängerin vor zwei Jahren von Alaska bis Argentinien im Wohnmobil unterwegs gewesen. Von seiner Reise erzählte das Paar in dem Kinostreifen "Expedition Happiness". Die Musik dazu lieferte passenderweise Mogli selbst, die eigentlich Selima Taibi heißt und sich vor Jahren auch schon in der Castingshow "The Voice of Germany" versuchte. Über ihr zweites Album "Wanderer" schrieb eine Kritikerin, es klinge wie ein "Pocahontas-Soundtrack", ohne aber so esoterisch zu sein. Musik-Fans sollten jedenfalls happy sein, dass Moglis Reise im Sommer nach Kassel führt.  

22/25 Euro

23. August: Manu Delago

Bevor man den österreichischen Musiker vorstellt, muss man sein Instrument vorstellen. Der 33-Jährige aus Innsbruck ist mit dem Hang berühmt geworden. Das Instrument wurde in der Schweiz erfunden, sieht aus wie ein doppelter Wok und klingt wie eine Mischung aus Harfe und Steeldrum. Der Wahl-Londoner begleitete Stars wie Björk und die Sitar-Spielerin Anoushka Shankar und trat in der Londoner Royal Albert Hall sowie der ausverkauften Hamburger Elphilharmonie auf. Wem das alles zu sphärisch klingt, muss keine Angst haben. Delago sagt: "Spiritualität ist nicht in meinem Wortschatz. Es gibt weder Messages noch Absichten, sondern Musik." 

23/26 Euro

24. August: Nils Landgren All Stars

Der schwedische Posaunist trat schon so oft im Kulturzelt auf, dass bereits die Schlagzeilen unserer Kritiker ein bisschen wie Musik klingen. "Noch schneller als Billy the Kid" stand da. Und: "Funk ist wie Erdbeeren pflücken". Und: "Mit der Lizenz für den Groove." Landgren spielte unter anderem mit ABBA, Herbie Hancock und Till Brönner. Nach mehr als 30 Alben widmet er sich mit seinem neuen Programm allein dem US-Komponisten Leonard Bernstein. Mit Landgren auf der Kulturzeltbühne steht die US-Sängerin Janis Siegel.

29/32 Euro

25. August: 17 Hippies

Eine Kulturzelt-Saison ohne die Berliner Weltmusik-Veteranen wäre wie der Bergpark ohne Herkules. Seit Jahren markiert der Auftritt der 13-köpfigen Berliner Band den Abschluss des Festivals. Auch diesmal werden die Musiker um Sängerin und Akkordeonistin Kiki Sauer die Fans zum Tanzen und Schwitzen bringen.

29/32 Euro

Karten und noch mehr Service

  • Ort: Drahtbrücke/Fulda
  • Dauer: 12. Juli bis 25. August 
  • Beginn: jeweils um 19.30 Uhr
  • Stilrichtungen: Fast alles von Rock über Jazz, Soul, Pop und HipHop bis Weltmusik. „Wir machen die Sachen, die uns selbst gefallen“, sagen die Veranstalter Angelika Umbach und Lutz Engelhardt.
  • Status: Einige sagen, das Kulturzelt sei das "hessische Montreux". Dabei ist das Kasseler längst selbst eine Marke und braucht keine Vergleiche mehr.
  • Hauptsponsor: Wintershall
  • Zelt: Gab es in 33 Jahren fünf. Seit 2010 wird in einem komfortablen Konzertbau gespielt.
  • Im Internet: www.kulturzelt-kassel.de
  • Tickets: Ab dem 16. März beim HNA-Kartenservice und per Telefon 0561/203-204. Auch bei den ausverkauften Veranstaltungen wird es jeweils ab 18 Uhr am Kulturzelt eine Abendkasse mit Restkarten geben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.