Filialen am Wehlheider Platz

Kunden belästigt: Banken machen nachts nun dicht

Ungebetene Gäste als Grund: Die SB-Zone der Kasseler Bank an der Wilhelmshöher Allee hat seit Freitag zwischen 22 und 6 Uhr geschlossen. Fotos:  Malmus

Kassel. Wiederholt haben sich in den vergangenen Monaten Menschen aus der Trinker- und Obdachlosenszene in den Vorräumen der Kasseler Sparkasse und der Kasseler Bank in Wehlheiden aufgehalten.

Weil sich Kunden dadurch belästigt fühlten, haben sich die beiden Kreditinstitute dazu entschlossen, diese Selbstbedienungszonen nachts zu schließen. Das bedeutet, dass Kunden zwischen 22 und 6 Uhr kein Geld mehr abheben beziehungsweise keine Kontoauszüge mehr in in den sogenannten SB-Zonen am Wehlheider Platz ausdrucken können.

Michael Krath, Sprecher der Kasseler Sparkasse, berichtet, dass sich in den vergangenen Monaten mehrere Kunden darüber beschwert haben, dass sich Obdachlose nachts in dem Vorraum der Bank aufgehalten hätten. Als Konsequenz habe die Sparkasse zunächst ein Wachunternehmen beauftragt, dass stichprobenartig die Filiale auf ungebetene Gäste kontrolliert habe. Doch die Situation habe sich nicht verbessert, sagt Krath. „In der SB-Zone hat es wiederholt Verschmutzungen und Störungen gegeben.“

Nach Informationen der HNA sollen einige Personen die SB-Zone nicht nur als Schlafplatz genutzt, sondern als Toilette missbraucht haben. Urin und Fäkalien wurden hinterlassen. Ähnlich ist die Situation bei der Kasseler Bank an der Wilhelmshöher Allee. Auch hier sei die SB-Zone als Toilette genutzt worden, sagt Pressesprecherin Christina Hackenberg. Auch die Kasseler Bank habe versucht, das Problem mit einem Sicherheitsdienst in den Griff zu bekommen. Das habe aber nichts gebracht. „Deshalb mussten wir leider diesen Schritt gehen und die SB-Zone nachts schließen“, sagt Hackenberg.

„Wir haben keine andere Chance gesehen“, begründet auch Sparkassen-Sprecher Krath diesen Schritt. Man habe die Situation am Wehlheider Platz aber im Blick. Sobald es eine Veränderung gebe, sei die Sparkasse auch wieder bereit, die SB-Zone nachts zu öffnen. Beide Kreditinstitute verweisen darauf, dass es in Nähe dieser SB-Zonen weitere Filialen gibt, bei denen man nachts Geld abheben kann.

Stadt muss sich kümmern

Dass sich Obdachlose seit geraumer Zeit verstärkt am Wehlheider Platz aufhalten und sich Passanten dadurch gestört fühlen, war schon mehrfach Thema im Ortsbeirat. „Die Stadt muss sich dringend des Problems der Obdachlosen annehmen“, sagt Ortsvorsteher Norbert Sprafke. Er vermutet, dass die Verlagerung der Szene auf den Wehlheider Platz in Zusammenhang mit dem Alkoholverbot in der Goetheanlage steht. Der Ortsvorsteher hat beobachtet, dass sich Obdachlose seit Schließung der SB-Zonen jetzt in den Abend- und Nachtstunden unter dem Durchgang zwischen dem Rewe-Markt und dem Wehlheider Platz aufhalten.

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