Kunden warten weiter auf Post: Streik-Folgen in der Region noch zu spüren

Es gibt viel aufzuholen: Postzusteller haben nach dem Streikende viel zu tun. Foto: dpa

Kassel. Vier Wochen lang blieb der Briefkasten leer, seit ein paar Tagen komme wieder kleckerweise Post, schildert Norbert Schmoll aus Ahnatal-Weimar. 

Dabei kämen die älteren Sendungen zuerst, wie eine vier Wochen alte Fernsehzeitschrift, ärgert er sich. Die Folgen des Poststreiks bekommen viele Postkunden auch in dieser Woche noch zu spüren, wie Anrufe und Zuschriften von Lesern zeigten. Die optimistische Sichtweise von Postsprecher Thomas Kutsch (wir berichteten in der gestrigen Ausgabe), dass der Rückstau praktisch abgebaut sei, teilen sie nicht.

So meldete sich eine Kasselerin, die noch immer auf ihre KVG-Monatskarte für Juli wartet. Und eine 41-Jährige aus Nieste vermisst weiterhin beispielsweise wichtige ausstehende Rechnungen. Auch in Nieste blieb der Briefkasten vier Wochen lang leer. Nach dem Streikende seien lediglich am Samstag und am Dienstag vier bis fünf Briefe angekommen. „Ich dachte eigentlich, ich müsste den Wäschekorb rausstellen für die ausstehende Post“, ist die Familienmutter enttäuscht.

Auch Barbara Poschmann, die ein Redaktionsbüro in Kassel betreibt, kann nicht glauben, dass das schon alles an Nachsendungen gewesen sein soll. Lediglich am Sonntag habe sie ein Bündel von 15 Briefen erhalten, was dem normalen Tagesaufkommen in ihrem Büro entspreche. „Wo ist der Rest geblieben?“, fragt sie. Seither seien keine Briefe mehr eingetroffen. Lediglich am Montag fand sie zwei Benachrichtigungen im Briefkasten, dass sie Pakete in einem Abholzentrum an der Falderbaumstraße in Waldau abholen könne. Eine Paketzustellung sei erst gar nicht versucht worden: „Ich war den ganzen Tag zu Hause.“

Postsprecher Thomas Kutsch räumte ein, dass nach dem langen Poststreik noch nicht alles wieder rundlaufe. Doch bemühten sich alle Mitarbeiter nach Kräften, bittet er um Verständnis. Dass, wie in einzelnen Fällen geschildert, zuerst ältere Briefe zugestellt werden, sei ein Fehler: „Dafür muss ich mich entschuldigen.“ Normalerweise sollte jetzt vorrangig die tagesaktuelle Post zugesandt werden, danach dosiert der angestaute Rest. Schließlich müssen auch die Briefkästen die Restmengen verkraften können.

Die Abholstelle Falderbaumstraße sei vorübergehend eingerichtet worden: „Wir konnten wegen des Streiks die Mengen nicht mehr zustellen“, so Kutsch. Sollten Pakete nicht abgeholt werden, gingen diese peu à peu später wieder in die Paketzustellung. Kunden, die nicht in der Lage sind, ihr Paket abzuholen, dieses aber zeitig benötigen, könnten sich auch an die Paketkundenhotline unter Telefon 0228/28 60 98 98 wenden.

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