Kundenmagnet hat sich behauptet: Galeria Kaufhof feiert 100. Geburtstag

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Kasseler Institution: In diesem Erscheinungsbild präsentiert sich die Galeria Kaufhof seit dem jüngsten Umbau vor drei Jahren.

Kassel. Das Warenhaus am Opernplatz ist eine Kasseler Institution: Viele Nordhessen sind mit dem Kaufhof groß, manche auch alt geworden.

Als sich herumsprach, dass das 100-jährige Bestehen des Hauses bevorsteht, haben etliche Kunden ihre Erinnerungsstücke an den Kaufhof geschickt: „Kassenbons aus der Kriegszeit, alte Verpackungen, Lohntüten von früher“, zählt Werbe- und Dekochef Horst Baldauf auf und stellt fest:„Da ist eine große Bindung.“

Andere wie Neckermann, Karstadt, Bilka sind im Lauf der Jahrzehnte gekommen und gegangen - das Metropolengefühl eines klassischen Warenhauses kann man in Kassel allein noch im Kaufhof erspüren. „Wir behaupten hier den absoluten Platz 1“, sagt nicht ohne Stolz Brigitte Kritzner, die das Haus seit 2006 leitet. Nirgends sonst bekomme man unter einem Dach ein so breites Warensortiment.

Gehobener Standort

Als gehobener Standort der Galeria-Linie biete der Kasseler Kaufhof viele Extras zum Basissortiment der so genannten City-Filialen. Zum Beispiel eine größere Wander- und Outdoor-Abteilung, „wegen der schönen Landschaft hier“, sagt die gebürtige Schweinfurterin. Noch besser sortiert seien allenfalls Weltstadt-Filialen wie der Kaufhof am Münchner Marienplatz. „Aber hier würde eine Spezialabteilung für Dirndl- und Trachtenmode wohl nicht laufen“, ahnt die Kasseler Chefin.

100 Jahre Kaufhof Kassel: Ein Blick in die Geschichte

Verglichen mit innerstädtischen Ladengalerien wie dem City Point, die von einem relativ jungen Publikum frequentiert würden, decke der Kaufhof sortimentsmäßig ein Altersspektrum „vom Säugling bis zu 80 plus“ ab, sagt Kritzner. Gerade auf die älteren Stammkunden richte man ein besonderes Augenmerk.

Anruf vom Restaurant

So hat der Kaufhof im März als erstes Kasseler Geschäft eine Auszeichnung als generationenfreundliche Einkaufsstätte bekommen. Das Kümmern geht so weit, dass Restaurantleiter Willi Lieblein bei betagten Essens-Stammkunden anruft, wenn er sie ein paar Tage nicht mehr gesehen hat. Für viele - nicht nur im Seniorenalter - gehört eine Visite im Kaufhof einfach zur wöchentlichen Gewohnheit, selbst wenn man dabei keine Einkäufe macht.

Aber auch jüngeren Jahrgängen wird einiges geboten - etwa im Modebereich durch viele separate Markenshops, die Freunden bestimmter Labels die Übersicht erleichtern. Diese zu verbessern war erklärtes Ziel des jüngsten großen Kaufhof-Umbaus im Jahr 2008 während des laufenden Betriebs. „Ein Riesenkraftakt“, erinnert sich Brigitte Kritzner.

Das Jubiläum zum 100-jährigen Bestehen des Hauses am 5. Oktober sei auch vor diesem Hintergrund noch mal ein Anlass, sich bei Mitarbeitern und treuen Kunden zu bedanken. Für den morgigen Mittwoch sind im und vor dem Haus eine Reihe besonderer Aktionen geplant (siehe Artikel links).

Manche Älteren werden sich dabei auch noch an das alte Kaufhaus Tietz erinnern, den Vorläufer des Kaufhofs, der bis 1954 am Opernplatz stand. „Das ist schon etwas Besonderes, dass so ein Kaufhaus 100 Jahre lang genutzt und belebt wird“, sagt Markus Geulig, Personal- und Organisationsleiter der traditionsreichen Einkaufsstätte. (asz)

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