Friedensforum und Seebrücke

Kundgebung: 100 Menschen in Kassel fordern schnelle Hilfe für Afghanen

Kundgebung vor dem Kasseler Rathaus für sicher Fluchtwege aus Afghanistan von Seebrücke und Friedensforum Kassel am 21.8.2021
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Für sichere Fluchtwege aus Afghanistan: Einige Akteure der Kundgebung vor dem Rathaus, zu der am Samstag rund 100 Unterstützer kamen.

Die Lage in Afghanistan bewegt viele Menschen auch in Kassel. Bei einer Kundgebung vor dem Rathaus forderten 100 Demonstranten schnelle Hilfe für Betroffene, die fliehen müssen.

Kassel - Das Kasseler Friedensforum und die Ortsgruppe des zivilgesellschaftlichen Bündnisses Seebrücke haben am Samstag (21.8.2021) vor dem Rathaus gemeinsam eine Kundgebung vor dem Rathaus organisiert, um die Forderungen nach schneller und wirksamer Hilfe für die Menschen in Afghanistan zu unterstützen. Mit Plakaten wie „Luftbrücke jetzt“, „Flucht ist ein Menschenrecht“ und „Menschenrechte kann man nicht durch Krieg sichern“ wurde dies von den etwa 100 Teilnehmenden untermauert.

In verschiedenen Redebeiträgen, die wegen der unzureichenden Tonanlage und des Straßenbahnlärms leider nicht gut zu verstehen waren, wurde ein bitteres Fazit zur Rolle der Bundesregierung gezogen. Die habe im Afghanistan-Konflikt diplomatisch wie politisch versagt, hieß es immer wieder.

Rolf Wekeck vom Friedensforum etwa prangerte an, dass der teuerste Einsatz in der Geschichte der Bundeswehr „ein zerstörtes Land und großes Elend zum Ergebnis“ habe. In Afghanistan habe sich gezeigt, dass „mit Militärschlägen kein demokratischer Aufbau erreicht“ werde.

Eva Süß von der Seebrücke erinnerte „alle Parteien an ihre Verpflichtung, die Zivilbevölkerung zu schützen“. Deutschland müsse verfolgten Afghanen Schutz und Aufnahme gewähren, akut gefährdete Menschen und ihre Familien unverzüglich mit einer Luftbrücke aus dem Land holen.

Auch Redner kamen zu Wort, die selbst afghanische Wurzeln haben. Der SPD-Stadtverordnete Dr. Rabani Alekuzei gab einen Überblick zur jahrzehntelangen Entwicklung der Kriege und Konflikte in dem Land am Hindukusch. Er forderte „die internationale Gemeinschaft auf, das afghanische Volk nicht den Taliban auszuliefern“.

Besonders eindrücklich die Worte des Niestetaler Studenten Mortaza Nadery, der schon 2015 mit seiner Mutter und seinen Geschwistern aus Kabul geflohen ist: „Ich hoffe, um Frieden zu finden, muss sich niemand mehr an ein Flugzeug klammern.“ (Axel Schwarz)

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