Meilenstein für Kanada-Projekt

K+S unterzeichnet Vertrag für Vertrieb in Nordamerika

Das Legacy-Projekt des Düngemittel- und Salzproduzenten K+S: Das Werk soll im Sommer 2016 in Betrieb gehen. Ende 2017 soll die Jahreskapazität rund zwei Millionen Tonnen erreichen. Archivfoto: Kristopher Grunert/nh

Kassel/ Wichita. Der Kasseler Düngemittel- und Salzproduzent K+S hat den ersten großen Auftrag für sein Kali-Bergwerk Legacy in Kanada an Land gezogen.

Der US-Konzern Koch Fertilizer will künftig jährlich rund 500.000 Tonnen in Legacy gewonnene Kalidüngemittel an seine Kunden in den USA vermarkten, wie K+S gestern mitteilte. Dies entspricht einem Viertel der geplanten Jahresproduktion. Der Vertrag mit Koch läuft mehrere Jahre.

„Koch Fertilizer ist ein ausgezeichneter Partner mit großer Erfahrung bei der Vermarktung von Düngemittelprodukten. Dieser Vertrag stärkt unsere Marktposition als zuverlässiger und unabhängiger Lieferant“, teilte Andreas Radmacher, K+S-Vorstand des Geschäftsbereichs Kali- und Magnesiumprodukte gestern mit. „Die Kooperation mit K+S wird es uns ermöglichen, zusätzliche qualitativ hochwertige Produkte aus Nordamerika zu liefern“, ergänzte Scott McGinn, Präsident von Koch Fertilizer.

Stillschweigen über Details

Das Interesse von Kunden an Düngemitteln aus der kanadischen K+S-Mine sei enorm hoch, so Radmacher. Unternehmensziel sei es, den Wettbewerb in Nordamerika zu erhöhen, betonte K+S-Pressesprecher Ulrich Göbel. Ob K+S den Vertrag stornieren oder abändern kann, falls eine Übernahme durch Potash am Ende doch zustande kommt, dazu äußerte sich Göbel nicht. Stattdessen verwies er darauf, „dass Einzelheiten des Vertrages nicht bekanntgegeben werden“.

Der K+S Standort Legacy liegt im Süden der kanadischen Provinz Saskatchewan und ist noch im Aufbau. Im Sommer 2016 soll das Werk in Betrieb gehen. Ende 2017 soll die Jahreskapazität rund zwei Millionen Tonnen erreichen.

Übernahmepläne von Potash

K+S wehrt sich derzeit mit allen Mitteln gegen eine Übernahme durch den kanadischen Konkurrenten Potash. Das Angebot von Potash über 41 Euro je Aktie hatten die Nordhessen unter anderem damit abgelehnt, dass es den vollen Wert des Projekts Legacy nicht berücksichtige.

Aus Sicht von Analysten zählt das Kanada-Projekt zu den wichtigsten Gründen, warum Potash Ende Juni ein knapp acht Milliarden Euro schweres Übernahmeangebot für K+S in Aussicht gestellt hat. Die Kanadier würden durch einen Kauf der Kasseler ihre Marktmacht ausbauen und könnten einfacher sicherstellen, dass der Kali-Preis auf einem für Potash attraktiven Niveau bleibt. K+S hat das Angebot als zu niedrig abgelehnt und fordert verbindliche Zusagen für Arbeitsplätze und Standorte. Anfang August hat Potash sein Angebot wiederholt und eine Kooperationsvereinbarung vorgeschlagen, bei der auch auf die Interessen von Arbeitnehmern und Standortgemeinden eingegangen wurde. K+S bewertet diese Zusagen als nicht verlässlich.

K+S ist der größte Salzproduzent der Welt und gehört zur Spitzengruppe der internationalen Kalianbieter. Mit rund 14.000 Mitarbeitern erzielte der Konzern 2014 einen Umsatz in Höhe von 3,8 Mrd. Euro und ein operatives Ergebnis (Ebit) von 641 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss lag bei 380,50 Millionen Euro. Gestern lag die Aktie des Dax-Konzerns bei 36,40 Euro, 1,54 Prozent weniger als am Vortag.

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