In Kassel erinnert Skulptur von Linda Cunningham an bedeutende Frauen

Jahrelanger Vorlauf: Kunstwerk ist endlich in Kassel sichtbar

Das Kunstwerk „Elf Frauen - elf Jahrhunderte“ von Linda Cunningham auf dem Kasseler Motzberg wird von Sebastian Bleisch betrachtet.
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Das Kunstwerk „Elf Frauen - elf Jahrhunderte“ von Linda Cunningham ist auf dem Motzberg aufgebaut worden. Sebastian Bleisch betrachtet es.

Endlich ist es Wirklichkeit geworden: das Kunstwerk „11 Frauen – 11 Jahrhunderte“ im Motzberg-Grünzug an der Friedrich-Ebert-Straße in Kassel. Seine Konzeption und der Vorlauf hatten mehrere Jahre benötigt.

Kassel. Im Jahr 2014 war Ute Giebhardt vom Frauenbüro der Stadt erstmals im Ortsbeirat Vorderer Westen zu Gast, um die Pläne für die Erinnerungsskulptur am Standort unweit des neuen Stadtplatzes vorzustellen. Immer wieder war seitdem die Realisierung verschoben worden.

Fast über Nacht, ohne eingeladene Öffentlichkeit, ist die auffällige Aufragsarbeit jetzt aufgebaut worden. Dies sei nach „vielen nun erfolgreich überwundenen Verzögerungen, unter anderem auch pandemiebedingt“ geschehen, informierte Ute Giebhardt die Unterstützerinnen und Unterstützer des Projekts. Die vorgesehene feierliche Aufstellung in Anwesenheit der US-amerikanischen Künstlerin Linda Cunningham sowie der Unterstützergruppe sei derzeit nicht möglich, erklärte sie. Das Fest ist deshalb für Anfang Juli geplant. Giebhardt: „Vielleicht ist die Skulptur bis dahin auch schon gut an ihrem Platz angekommen und wird Bestandteil des lebendigen Treibens, das am Platz der 11 Frauen, sobald sich die Sonne hervorwagt, zu beobachten ist.“ Die Skulptur werde „in einer gelungenen Verbindung des transparenten Glases in ausdrucksvollen Formen und den darin eingebundenen Bildern und Texten die Repräsentanz der Lebensleistungen von Frauen im öffentlichen Raum stärken“, so Giebhardt. Von Anfang an sei dies Intention des Projekts gewesen. Das Spendenziel von 20 000 Euro zum Abrufen der Fördermittel in gleicher Höhe war schon vor zwei Jahren erreicht. Mit im Boot der Unterstützer war auch ein Team vom Verein Kassel-West.

Frauenbeauftragte der Stadt Kassel, Ute Giebhardt.

Die Verzögerung, so heißt es, habe vor allem an den Glaspaneelen, die den Kern der von Cunningham entworfenen Skulptur bilden, gelegen. Zuerst konnte das mit der Herstellung beauftragte Unternehmen den vereinbarten Liefertermin nicht halten. Dann stellte sich heraus, dass mehrere Paneele fehlerhaft waren und neu produziert werden mussten.

Schließlich wurde in Absprache mit der Künstlerin festgelegt, dass die Fertigstellung des Kunstwerks „in einem Guss“ erfolgen sollte.

Hintergrund

„11 Frauen – 11 Jahrhunderte“ ist der Titel einer Skulptur als Gedächtnisstätte für elf historisch bedeutsame Frauen aus Kassel. Auf Glasplatten sind Texte und Bilder zu deren Lebensläufen aufgebracht. Der Standort hinter dem Stadtplatz Haltestelle Annastraße hatte bereits 2019 auf Initiative des Ortsbeirats Vorderer Westen den Namen „Platz der 11 Frauen“ bekommen. Der Entwurf der US-amerikanischen Künstlerin Linda Cunningham für die Skulptur war durch das Buch- und Veranstaltungsprojekt „Ehe die Spuren verwehen…: 11 Frauen – 11 Jahrhunderte“ anlässlich des 1100-jährigen Jubiläums der Stadt Kassel angeregt worden. Elisabeth Selbert, die gewürdigt wird, hat im Vorderen Westen gewohnt, das Wirken Malwida von Meysenbugs und Louise Gräfin Boses war für den Stadtteil von Bedeutung. Die weiteren Frauen sind: Landgräfin Anna von Hessen, Elisabeth Landgräfin von Hessen, Gertrud Elisabeth Mara, Sophie Henschel, Auguste Förster, Luise Greger, Sara Nussbaum und Christine Brückner. (Christina Hein)

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