Technologiepark Marbachshöhe passt nicht in die Vorgaben des Bäderverbandes

Kurbezirk muss abspecken

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Sinnvolle Erweiterung: Das Wohnquartier Marbachshöhe soll Teil des Kurbezirks von Bad Wilhelmshöhe bleiben. Der auf der anderen Seite der Eugen-Richter-Straße angrenzende Technologiepark nicht.

Bad Wilhelmshöhe. Seit Ende 2010 gehört das Quartier Marbachshöhe zum Kurbezirk Bad Wilhelmshöhe. Jetzt muss die Erweiterung zum Teil rückgängig gemacht werden. Es geht um den unteren Teil des Quartiers, den Technologiepark Marbachshöhe.

„Das ist ein reines Gewerbegebiet und darf nach den Vorgaben des Deutschen Heilbäderverbandes nicht Teil des Kurbezirks sein“, sagt Hubert Henselmann von Kassel-Marketing, der für Tourismus und Kurwesen zuständig ist.

In der Tat ist das Gelände zwischen der Eugen-Richter-Straße und den Bahngleisen nicht gerade eine Anlaufstation für Kurgäste. Auf dem ehemaligen Bundeswehrareal haben sich Firmen wie Eurocopter angesiedelt, es gibt ein Kletterzentrum, die Bundeswehrfachschule und den Betriebskindergarten von K+S. Außerdem hat der Museumszug Hessencourrier hier seinen Bahnhof.

Die ehrenamtlichen Eisenbahnfans waren es, die das Augenmerk auf den Zuschnitt des Kurbezirks lenkten. Sie machten sich Sorgen, dass es womöglich Probleme für den Betrieb des Hessencourriers geben könnte. Außerdem wollte man nach Angaben des langjährigen Vereinsvorsitzenden Gerhard Brümmer wissen, warum das Areal überhaupt Teil des Kurbezirks sein soll. Bei der Überprüfung stellte sich heraus, dass dies in der Tat ein Fehler war. Der obere Teil der Marbachshöhe mit seiner Wohnbebauung und dem Gesundheitszentrum sollte nach Angaben von Hubert Henselmann Teil des Kurbezirks werden. Als der vor zehn Jahren festgelegt wurde, war die Bebauung des ehemaligen Kasernengeländes noch nicht abgeschlossen.

Warum auch der Technologiepark mit einbezogen wurde, ist für Martin Engels (CDU), Ortsvorsteher von Bad Wilhelmshöhe, nicht nachvollziehbar. „Spätestens bei der Überprüfung durch das Rechtsamt hätte man das eigentlich merken müssen“, sagt er. Nach Angaben der Stadt waren verschiedene Ämter im Rathaus mit dem Thema befasst. Die Federführung habe aber Kassel-Marketing. Unabhängig davon will Martin Engels im Ortsbeirat mit einem Antrag dafür sorgen, dass die Grenzen des Kurbezirks noch einmal neu gezogen werden.

„Das werden wir auf jeden Fall machen“, sagt Hubert Henselmann. Im kommenden Jahr werde der Badstatus von Bad Wilhelmshöhe überprüft. Bis dahin müsse man ohnehin alle Unterlagen auf den neuesten Stand bringen. Ein Kurbezirk, der in seinen Grenzen den Vorgaben entspricht, gehöre dazu. Deshalb soll der untere Teil der Marbachshöhe so schnell wie möglich wieder herausgenommen werden. http://regiowiki.hna.de/Marbachshöhe KOMMENTAR

Von Thomas Siemon

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